Letztes Update am So, 04.06.2017 12:30

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Salzburger Pfingstfestspiele: Nichts als Jubel zum Jubiläum



Salzburg (APA) - Fast auf den Tag genau vor 40 Jahren stand die damals 14-jährige Anne-Sophie Mutter zum ersten Mal auf der Bühne der Salzburger Festspiele und spielte Mozart. Grund genug für die Pfingstfestspiele, der von Karajan entdeckten „Wundergeigerin“ die Reverenz zu erweisen. Das Jubiläumskonzert heute, Sonntag, Vormittag, war wie nicht anders zu erwarten ein voller Erfolg. Großer und berechtigter Jubel.

Die deutsche Geigerin ist seit 1977 eine verlässliche Größe am Klassikhimmel, sowohl was die Namen ihrer musikalischen Partner, die CD-Verkaufszahlen oder die Vielfältigkeit ihres Repertoires betrifft. Für ihr „Salzburg-Jubiläumskonzert“ hat sie ihr eigenes Ensemble mitgebracht, das sich „Mutter ?s Virtuosi“ nennt. Nomen est Omen - diese jungen von der „Mutter-Stiftung“ geförderten Leute sind kein Haufen begabter Studiosi, sondern hoch professionelle Musiker auf dem Sprung zur eigenen Karriere. Aufs Programm genommen haben „Mutter und ihre Kinder“ natürlich etwas Eingängiges, und zwar Stücke von Franz Schubert und Antonio Vivaldi.

Erst einmal das Klaviertrio „Notturno“ in Es-Dur D 897. Verstärkt von Shootingstar Daniil Trifonov am Klavier präsentierten Mutter und Cellist Maximilian Hornung hauchzarte Töne und feine Striche im Kontrast mit zupackender Energie. Mit einem Wort, romantische, aber niemals klebrig-dicke Kammermusik mit maximalem Ausdruck. Im „Forellenquintett“ ging es in diesem Ton weiter, dieses große reife Schubert-Werk mit Kontrabass wirkte auch auf der Riesenbühne im Großen Festspielhaus vor rund 2.000 Zuhörern schlank und transparent und ließ Gedanken an Originalklang erst gar nicht aufkommen.

Und das gilt erst recht für eines der populärsten Stücke der Musikgeschichte und Standard-Werk jedes Violin-Solisten: „Die vier Jahreszeiten“ von Vivaldi wurden mit insgesamt dreizehn Musiker in denkbar kleiner Besetzung aufgeführt und bis ins Detail ausgekostet. Großes Kino der musikalischen Brillanz. Nichts hielt das Publikum auf seinen Stühlen.




Kommentieren