Letztes Update am Mo, 05.06.2017 04:45

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


OAS-Chef Almagro: „Venezuela hat soviel Schmerz nicht verdient“



Washington/Caracas (APA/dpa) - Auch zwei Monate nach Beginn der Proteste gegen die venezolanische Regierung nimmt die Gewalt kein Ende. Mit dem Tod eines jungen Mannes stieg die Zahl der Todesopfer auf 65. „Wir bedauern den Tod von Orlando Figuera, verbrannt bei einer Demonstration in Altamira am 20. Mai. Solidarität mit seiner Familie.

Venezuela hat soviel Schmerz nicht verdient“, schrieb der Generalsekretär der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), Luis Almagro, am Sonntag auf Twitter.

Figuera war bei Krawallen in Caracas von Angreifern mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen und in Brand gesteckt worden. Der 22-Jährige sei an seinen schweren Verletzungen gestorben, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. Die Regierung machte für die Tat gewaltbereite Oppositionsanhänger verantwortlich und sprach von einem Hassverbrechen.

OAS-Chef Almagro ist einer der schärfsten Kritiker der sozialistischen Regierung in Venezuela. In der vergangenen Woche endete ein Treffen der OAS-Außenminister zur Lage in dem südamerikanischen Land ohne Ergebnis, weil sich die Mitgliedsstaaten auf keine gemeinsame Erklärung einigen konnten. Venezuela hat bereits seinen Austritt aus der Organisation angekündigt.

Seit dem 4. April gehen in Venezuela fast täglich Demonstranten gegen Präsident Nicolas Maduro auf die Straße. Sie werfen der Regierung Menschenrechtsverletzungen vor und fordern Neuwahlen. Maduro hingegen spricht von einer Verschwörung der Opposition und des Auslands. „Wir wissen nicht, wie lange die Proteste noch dauern werden“, sagte der regierungskritische Vizepräsident des Parlaments, Freddy Guevara. „Es ist ein Kampf des langen Atems.“

Angesichts des zunehmenden Drucks auf der Straße will der Präsident nun eine verfassungsgebende Versammlung einberufen. Die Regierungsgegner lehnen das Vorhaben allerdings ab und kritisieren, dass ein Teil der Delegierten von regierungsnahen Organisationen entsandt werden soll. Sie befürchten zudem, dass Maduro mehr Kompetenzen an sich ziehen könnte.

~ WEB www.oas.org ~ APA006 2017-06-05/04:44




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