Letztes Update am Mo, 05.06.2017 07:36

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


London-Terror - Polizeichefin: Terror ist eine neue Realität



London (APA/dpa) - Nach den verheerenden Terroranschlägen in Großbritannien in den vergangen Wochen hat die Londoner Polizeichefin Cressida Dick die Bedrohung als „neue Realität“ bezeichnet. „Das waren wirklich ein paar grauenhafte Wochen“, sagte Dick der BBC am Montagmorgen mit Blick auf die Attacken in Manchester und London.

„Wir werden uns ändern und an das gewöhnen, was scheinbar für uns zu einer neuen Realität geworden ist.“ Die nötigen Ressourcen zur Terrorbekämpfung seien vorhanden, sagte die Polizeichefin. „Seit 2013 haben wir, glaube ich, 18 geplante Anschläge vereitelt.“ Im Schnitt werde täglich ein Mensch im Kampf gegen den Terror verhaftet, und die Geheimdienste seien sehr effizient. „Wir tun alles, was in unserer Macht steht.“ Jetzt gehe es zunächst darum, die Bevölkerung in London und landesweit zu schützen, sagte Dick. Dazu werde die Polizeipräsenz unter anderem auf den Straßen und bei öffentlichen Veranstaltungen erhöht.

Die Polizeichefin der britischen Hauptstadt würdigte den außerordentlichen Einsatz der Beamten. Vor allem ein nicht diensthabender Polizist, der zufällig mit Freunden am Borough Market unterwegs gewesen sei, als die Terroristen dort Menschen mit Messern angriffen, habe sich „absolut heldenhaft“ verhalten, sagte Cressida Dick der BBC am Montagmorgen. Der Mann habe ohne zu zögern eingegriffen und mit bloßen Händen gegen die drei Terroristen gekämpft. Dabei habe er sich selbst ernsthafte Verletzungen zugezogen.

Drei Terroristen waren am Samstagabend auf der London Bridge mit einem Transporter in Passanten auf dem Gehweg gefahren. Danach fuhren sie zum nahe gelegenen Borough Market und attackierten Feiernde mit Messern. Bei dem Anschlag wurden mindestens sieben Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt. 36 Verletzte waren am Sonntagabend noch im Krankenhaus, 21 von ihnen in kritischem Zustand.

In Manchester riss ein Selbstmordattentäter vor zwei Wochen nach einem Popkonzert 22 Menschen mit einer Bombe in den Tod.




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