Letztes Update am Mo, 05.06.2017 08:21

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Marchfeldschutzdamm vor Sanierung - Baustart im Herbst



St. Pölten/Gänserndorf (APA) - Das Marchfeld wird hochwassersicher: 94,3 Millionen Euro fließen in die Sanierung des Marchfeldschutzdammes. Davon trägt das Infrastrukturministerium 66 Millionen, den Rest teilen sich Wien und Niederösterreich. Die Einigung über die Finanzierung sei vor kurzem erfolgt, teilte LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) in einer Aussendung mit und kündigte eine rasche Umsetzung an.

Der Marchfeldschutzdamm schützt das gesamte Marchfeld vor Überflutungen der Donau. Das Dammsystem mit einer Gesamtlänge von rund 85 Kilometern verläuft vom Hafen Lobau in Wien bis Schlosshof an der March und umfasst auch Rückstaudämme entlang des Rußbaches und des Stempfelbaches. Beim Hochwasser 2013 habe sich gezeigt, dass die Dämme, die teilweise noch auf die Kaiserzeit zurückgehen, dringend sanierungsbedürftig sind.

Das Projekt wird durch die via donau Österreichische Wasserstraßen GmbH abgewickelt, die noch im Juni ein europaweites Vergabeverfahren einleiten wird. Die Bauarbeiten sollen im Herbst beginnen und bis 2020 abgeschlossen werden. Als besondere Herausforderung dabei wurde der Umstand genannt, dass ein Großteil der Dämme im Nationalpark Donauauen liegt und daher Augenmerk auf ökologische Begleitmaßnahmen gelegt werden müsse.

Die Stadt Wien hat der Aussendung zufolge bereits den Großteil eines 75 Millionen Euro umfassenden Investitionspaketes zum Hochwasserschutz erfolgreich umgesetzt. So hätten Maßnahmen am Marchfeldschutzdamm, die bis in den Bereich des Schönauer Schlitz in Niederösterreich reichen, bereits beim Rekordhochwasser im Jahr 2013 schwere Schäden verhindert. Auch der linksufrige Bereich der Donau in Wien bis hinter den Hafen Albern ist bereits gegen ein Hochwasser im Ausmaß von 14.000 Kubikmetern pro Sekunde geschützt. Die abschließenden Arbeiten bis zur Einmündung der Schwechat in die Donau und im Bereich Stopfenreuth seien in Vorbereitung.

Das Land Niederösterreich habe mit einem ambitionierten Ausbauplan den Hochwasserschutz seit 2002, dem Jahr des Jahrhunderthochwassers, massiv verstärkt und bereits über 260 Gemeinden sicherer gemacht. Derzeit seien weitere 70 Projekte in Umsetzung, darunter etwa große Schutzprojekte in Korneuburg, Emmersdorf a.d. Donau, Raabs a.d. Thaya und in Kirchberg a.d. Pielach.

Infrastrukturminister Jörg Leichtfried (SPÖ) verwies darauf, dass das Großbauprojekt gleich nach den schweren Überflutungen 2013 im Regierungsprogramm verankert worden war. Nun nehme man 94 Millionen für die Sicherheit der Menschen im Marchfeld in die Hand. Der gemeinsame Hochwasserschutz habe für Wien und Niederösterreich höchste Priorität, erklärte die Wiener Umweltstadträtin Ulli Sima (SPÖ). Pernkopf ist das Sanierungsprojekt besonders wichtig, weil er die Situation genau kennt und die Hochwasserkatastrophe 2013 als Leiter des Katastrophenstabs mit den Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehr erlebte.




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