Letztes Update am Mo, 05.06.2017 12:45

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


London-Terror- Regierung hält weiteren Anschlag „sehr wahrscheinlich“



London (APA/dpa) - Die britische Premierministerin Theresa May befürchtet einen weiteren Terroranschlag in Großbritannien. Die Behörden schätzten die Gefahr für die nationale Sicherheit weiterhin als „schwerwiegend“ ein, sagte May am Montag nach einem Krisentreffen mit Vertretern der wichtigen Sicherheitsbehörden in London. „Das bedeutet, dass ein terroristischer Angriff sehr wahrscheinlich ist.“

May verurteilte den Terroranschlag vom Samstagabend als Attacke auf die freie Welt. „Das war ein Angriff auf London und auf das Vereinigte Königreich. Aber es war auch ein Angriff auf die freie Welt.“ Es sei nun klar, dass es Opfer verschiedener Nationalitäten gebe. Nach derzeitigen Informationen sind keine Österreicher unter den Opfern.

May nahm am Montag den Wahlkampf wieder auf. „Das Leben unserer Demokratie muss weitergehen“, sagte May in London. „Die Frage nach Führung war immer im Zentrum dieser Kampagne.“ Es gehe darum, jemanden zu haben, der die Aufgabe stemmen könne. Sie biete eine „starke und stabile Führung“, und die sei heute „wichtiger denn je“ - nicht nur mit Blick auf die Terrorbekämpfung, sondern auch bei den bevorstehenden Gesprächen zum geplanten EU-Austritt.

Die Brexit-Verhandlungen sollen nach den Wahlen am Donnerstag beginnen. Wegen des Terroranschlags hatten die großen Parteien am Sonntag vorübergehend den Wahlkampf ausgesetzt.

May bestätigte, dass die Identität der mutmaßlichen Attentäter der Polizei bekannt sei. Die Regierungschefin lobte erneut die Polizisten und Rettungskräfte für ihren „außerordentlichen Heldenmut“.

Bei dem Terroranschlag in London wurden nach offiziellen Angaben vier Polizisten verletzt worden, davon einer schwer. Der Mann, der nicht im Dienst war und nur zufällig in der Nähe, sei weiterhin in kritischem Zustand, teilte die Polizei am Montag in der britischen Hauptstadt mit. Die Sicherheitskräfte hätten Stichverletzungen erlitten.

Zuvor hatte bereits Polizeichefin Cressida Dick den „absolut heldenhaften“ Einsatz der Beamten und besonders des nicht diensthabenden Polizisten gelobt. Der Mann war zufällig mit Freunden am Borough Market unterwegs, als die Terroristen dort Menschen mit Messern angriffen.

Auf mehreren Brücken im Zentrum Londons wurden die Sicherheitsmaßnahmen erhöht. Fußgänger sollen dort nun unter anderem durch Betonblöcke geschützt werden. Die Terroristen hatten ihre Attacke mit einem weißen Lieferwagen begonnen, mit dem sie wahllos auf einer Brücke - der London Bridge - in Menschen hineingefahren waren.

Am Tatort ging die Spurensuche weiter, die London Bridge war aber in einer Richtung für den Verkehr sowie für Fußgänger geöffnet. Auch die U-Bahn-Station London Bridge, ein wichtiger Knotenpunkt, war wieder in Betrieb. Die Behörden betonten, in den Straßen würden mehr bewaffnete Polizisten patrouillieren.

Hoch zu Pferde gedachte indes Prinz Harry der Opfer des Londoner Terrorattentats. Der 32-Jährige legte vor dem Beginn eines Polospiels im südostasiatischen Stadtstaat Singapur eine Schweigeminute ein, wie britische Medien am Montag berichteten. Auch seine Mitspieler hielten mit gesenktem Kopf inne, ihren Helm in der Hand.

Harry ist auf einer fünftägigen Reise nach Singapur und Australien. Ein Programmpunkt war das Polo-Benefizspiel zugunsten HIV-infizierter Kinder in Afrika. Gemeinsam mit 80 jungen Singapurern nahm er zudem auch am Fastenbrechen während des Ramadans teil.




Kommentieren