Letztes Update am Mo, 05.06.2017 13:27

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


London-Terror - Anschlag wird zum zentralen Wahlkampfthema



London (APA/dpa) - Nach dem Attentat in London steht die Terrorabwehr immer mehr im Mittelpunkt des britischen Wahlkampfs. Premierministerin Theresa May demonstriert eine harte Haltung. Sie unterstütze die „Shoot to Kill“-Linie der Polizei, also gezielte Schüsse in Tötungsabsicht auf Angreifer, sagte May am Montag vor Journalisten.

„Die Polizisten haben innerhalb von acht Minuten die drei Angreifer erschossen und dies hat unzählige Menschenleben gerettet.“ May betonte: „Wir werden den Terroristen nicht erlauben, dass sie uns besiegen. Wir werden sie besiegen.“ Das Unterhaus wird an diesem Donnerstag neu gewählt.

Zugleich wies die Regierungschefin Vorwürfe der oppositionellen Labour-Partei zurück, dass sich ihre Regierung nicht ausreichend um Sicherheit kümmere. Sie verwies auf Aussagen von Scotland-Yard-Chefin Cressida Dick. Demnach sei die Polizei hinreichend ausgestattet.

„Wir können die Bevölkerung nicht billig beschützen“, sagte hingegen Labour-Chef Jeremy Corbyn und forderte 10.000 zusätzliche Stellen bei der Polizei. In Mays Zeit als Innenministerin waren Tausende Jobs bei den Sicherheitskräften abgebaut worden.

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Ihrerseits warf May ihrem Herausforderer vor, er verfüge über keine Führungsqualität. Corbyn habe zudem keinen Plan, wie er auf die Herausforderungen etwa durch den geplanten Brexit reagieren wolle.

Einer der Attentäter von London lebte britischen Medien zufolge über längere Zeit in Irland. Bei seiner Leiche sei eine entsprechende Aufenthaltsgenehmigung gefunden worden, berichteten die Nachrichtenagentur PA und der Sender Sky News am Montag übereinstimmend unter Berufung auf Sicherheitskreise. Unbestätigten Berichten zufolge wohnte der Terrorist eine Zeit lang in Dublin und war mit einer Frau aus Schottland verheiratet, wie PA meldete. Nun untersuche die irische Polizei, ob der Ausweis in Scheckkartengröße, der jederzeit mitgeführt werden muss, tatsächlich dem Mann gehöre.

Die Behörden in Dublin wollten die Berichte zunächst nicht bestätigen. Sie teilten mit, dass sie eng mit ihren britischen Kollegen zusammenarbeiteten.




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