Letztes Update am Mo, 05.06.2017 12:00

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Fußball: Burgstaller als ÖFB-Waffe - „Man kann es nicht erzwingen“



Stegersbach (APA) - Guido Burgstaller könnte einer herausragenden Saison am Sonntag (18.00 Uhr/live ORF eins) die Krone aufsetzen. Der Schalke-Stürmer ist auch im WM-Qualifikationsspiel in Irland eine der wichtigsten Waffen des österreichischen Fußball-Nationalteams. Tor hat der 28-Jährige in zehn Länderspielen für Österreich bisher aber noch keines erzielt.

„Es wäre Zeit, aber man kann es nicht erzwingen“, sagte Burgstaller am Pfingstmontag im ÖFB-Teamcamp in Stegersbach. „Gott sei Dank habe ich schon bewiesen, dass ich Tore schießen kann.“ Zwölf waren es alleine im Frühjahr in 25 Pflichtspielen für Schalke. „Irgendwann wird es auch im Team funktionieren.“

Im jüngsten WM-Qualifikationsspiel gegen Moldau (2:0) hatte der Kärntner statt Basel-Angreifer Marc Janko im Sturmzentrum begonnen. Das könnte auch in Irland der Fall sein. „Ich fühle mich sehr wohl da vorne“, erklärte Burgstaller. Allerdings gilt es auch auf dem linken Flügel einen Ersatzmann für den gesperrten Marko Arnautovic zu finden.

Auch wenn er offensichtlich die vorderste Front bevorzugt: Die Entscheidung liege ganz klar beim Teamchef, betonte Burgstaller. „Man probiert immer dort das Beste zu geben, wo man aufgestellt wird - ob rechts, links oder in der Mitte.“ Die Bedeutung des Spiels in Dublin sei dem Team bewusst. „Wir wollen unbedingt ein gutes Ergebnis erzielen. Wir sind fokussiert und jeder freut sich auf das Spiel.“

Den britischen Stil kennt Burgstaller von einem Halbjahres-Intermezzo im Herbst 2014 bei Cardiff City. „Es ist noch eine Spur körperbetonter als in Deutschland“, meinte der Angreifer. Darauf sei das ÖFB-Team aber vorbereitet. „Wir müssen uns dagegenwerfen und unsere fußballerischen Qualitäten einsetzen. Wenn wir lauter lange Bälle spielen gegen die 1,97-Meter-Verteidiger, werden wir uns schwertun.“

Gar nicht schwergetan hat er sich nach seinem Wintertransfer vom deutschen Zweitligisten 1. FC Nürnberg (14 Tore in 16 Ligaspielen im Herbst) zu Schalke. „Ich bin froh, dass ich den Schritt gemacht habe. Ich habe meinen Spielstil nie groß verändert und nicht viel nachgedacht.“ Tore will er auch in der kommenden Saison schießen. „Wenn ich das Level halte, muss ich schon sehr, sehr, sehr zufrieden sein.“

Burgstallers Vertrag läuft bis 2020, jener von Florian Klein beim VfB Stuttgart dagegen mit Monatsende aus. Der deutsche Bundesliga-Aufsteiger plant nicht mehr mit dem Rechtsverteidiger, der von Teamchef Marcel Koller erst aufgrund der Verletzung von Marcel Sabitzer nachnominiert wurde.

Klein befindet sich bereits auf Clubsuche. Zuletzt war der Linzer in Israel, um sich nach einer Anfrage von Maccabi Haifa ein Bild über die Bedingungen zu machen - zumal man in Österreich hauptsächlich negative Schlagzeilen höre. „Der erste Eindruck war sehr positiv, mehr gibt es aber noch nicht“, sagte Klein.

Die Suche nach einem neuen Arbeitgeber werde er nach dem Irland-Spiel forcieren. „Mitte bis Ende Juni möchte ich etwas wissen.“ Eine Rückkehr nach Österreich ist für den 30-Jährigen vorerst nicht erste Wahl. „Primär möchte ich schon noch ein bisschen draußen bleiben. Für Stuttgart bin ich zu alt, aber für eine andere Station noch in einem ganz guten Alter.“

Vorerst steht für Klein das ÖFB-Team im Mittelpunkt. Auf seiner Position gibt es mit Salzburgs Valentino Lazaro und Stefan Lainer einige Konkurrenz. „Wir wissen auch nicht, wer spielt. Das ist gut, weil der Fokus dann bei allen da ist“, erklärte Klein. „Ich komme immer so her und bereite mich so vor, als würde ich spielen.“ Auch, wenn er nur von der Abrufliste einrückt.

In der vergangenen Qualifikation und bei der EM in Frankreich noch Fixstarter, ereilte ihn im März erstmals unter Koller eine Absage. „Das war richtig hart für mich. Ich habe ein paar Minuten gebraucht“, schilderte der Oberösterreicher. „Ich war gefühlte zehn Jahre immer dabei, das schmerzt.“

Seit 2010 stand Klein stets im ÖFB-Kader, 45 Länderspiele hat er absolviert. Gegen Saisonschluss tankte er mit sechs Ligaeinsätzen für Stuttgart aber noch einmal Selbstvertrauen. Klein: „Ich weiß, was ich für eine Qualität habe.“ Sollte der angeschlagene Lazaro nicht rechtzeitig fit werden, könnte er sie auch in Irland einsetzen dürfen.




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