Letztes Update am Mo, 05.06.2017 12:51

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Afghanistan hält an großer Friedens- und Sicherheitskonferenz fest



Kabul/Kunduz (APA/dpa) - Afghanistan hält auch nach einer blutigen Woche mit zwei Bombenanschlägen in der Hauptstadt Kabul weiter an der für Dienstag geplanten großen Friedens- und Sicherheitskonferenz fest. Das bestätigte das Informationszentrum der Regierung am Montag.

Die „Kabul-Prozess“ genannte Konferenz mit dem Fokus auf regionaler Kooperation soll behandeln, wie die radikalislamischen Taliban zu Friedensgesprächen bewegt werden können - aber auch, wie die in Afghanistan aktiven Terrororganisationen gemeinsam bekämpft werden können, darunter der Islamische Staat (IS). Es sind jährlich mehrere Treffen geplant.

Eingeladen waren ursprünglich stellvertretende Außenminister und Gesandte aus 25 Ländern, etwa aus den USA, Russland, China, Pakistan, Iran und Indien. Auch nach den zwei Bombenanschlägen in Kabul mit mindestens 110 Toten in der vergangenen Woche hätten die Regierungen versprochen, hochrangige Vertreter zu schicken, sagte Palastsprecher Shekib Mustaghni am Montag.

Ein deutscher Vertreter wurde ursprünglich auch erwartet. Ob dieser weiter dabei ist, dazu äußerte sich das Auswärtige Amt in Berlin am Montag zunächst nicht. Bei dem ersten Bombenanschlag vom Mittwoch war auch die deutsche Botschaft schwer beschädigt worden.

Die Taliban sind zu der Konferenz nicht eingeladen. Sie haben in den vergangenen Jahren jedes Gesprächsangebot abgelehnt.

Bei Angriffen der radikalislamischen Taliban auf einen großen Bezirk der bitter umkämpften nordafghanischen Provinz Kunduz wurden unterdessen mindestens acht Soldaten getötet. Das bestätigte der Gouverneur des Bezirks Imam Sahib, Amanuddin Quraishi, am Montag. Außerdem seien „Dutzende Taliban“ tot. Rund 600 Familien seien vor den Gefechten aus der Gegend geflohen. Die Kämpfe gingen weiter. Die deutschen Bundeswehr war bis 2013 Schutzmacht in Kunduz.

Am Sonntag hatten Taliban-Kämpfer mehrere Raketen in die Provinzhauptstadt geschossen. Sie landeten vor dem Gouverneurspalast.




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