Letztes Update am Mo, 05.06.2017 14:12

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gewerkschaft droht mit neuen Streiks bei deutschen Versicherungen



Hamburg/Berlin (APA/dpa) - Die Verhandlungen um Tarife für die Angestellten der Versicherungsbranche bleiben ohne Ergebnis: Ver.di verschärft nun seinen Kurs mit weiteren Streiks.

In der Versicherungsbranche drohen neue Streiks. Nach dem Scheitern der Tarifverhandlungen will die Gewerkschaft ver.di so den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Man werde „die Streikmaßnahmen spürbar verstärken“, kündigte Verhandlungsführer Christoph Meister am Samstag nach der ergebnislosen dritten Runde in Hamburg an. In den Tagen zuvor hatten sich Tausende Beschäftigte in mehreren Städten an ganztägigen Streiks beteiligt.

Die Tarifkommission der Gewerkschaft erklärte die Verhandlungen für die rund 170.000 Versicherungsangestellten in Deutschland am Freitagabend für gescheitert. Auch das zweite Angebot der Arbeitgeber sei vollkommen unzureichend ausgefallen, hieß es zur Begründung. Zudem sei die Gegenseite nicht auf Vorstellungen ver.dis über einen „Zukunftstarifvertrag Digitalisierung“ eingegangen.

Die Arbeitgeber sprachen von nicht erfüllbaren Forderungen. Ihr Verband bot nach eigenen Angaben 1,8 Prozent mehr Geld für die Beschäftigten von 1. November 2017 an und weitere 1,5 Prozent mehr ab 1. Februar 2019. Der Tarifvertrag sollte eine Laufzeit von 1. April 2017 bis 31. März 2020 haben. Damit sei man „nahe an die Belastungsgrenze“ gegangen. „Wir werden nun abwarten müssen, wann die Gewerkschaft auf uns zukommt und wieder an den Verhandlungstisch zurückkehrt“, sagte ein Verbandssprecher am Montag.

Verdi-Verhandlungsführer Meister bezeichnete das Angebot dagegen als „nicht verhandlungsfähig“. Ver.di war Ende März mit der Forderung nach 4,5 Prozent mehr Geld für die Beschäftigten sowie Regeln für flexible Arbeitszeiten und mobiles Arbeiten in die Verhandlungen gegangen. Zudem sollten die Arbeitgeber nach dem Willen der Gewerkschaft betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2020 ausschließen.




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