Letztes Update am Di, 06.06.2017 01:39

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Aktivisten: 21 fliehende Zivilisten bei Luftangriff in Raqqa getötet



Beirut (APA/AFP) - Bei einem Luftangriff der US-geführten Militärkoalition sind im syrischen Raqqa nach Angaben von Aktivisten 21 Zivilisten getötet worden. Die Menschen seien getroffen worden, als sie auf dem Fluss Euphrat in kleinen Booten vor der Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) fliehen wollten, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Unter den Opfern seien auch Frauen und Kinder.

Die Zahl der Todesopfer könne noch weiter steigen, da mehrere Verletzte in kritischem Zustand seien, berichtete die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle weiter. Die oppositionsnahen Aktivisten stützen sich auf ein Netzwerk von Informanten vor Ort. Von unabhängiger Seite sind ihre Angaben kaum zu überprüfen.

Auch die Aktivistengruppe „Raqqa is Being Slaughtered Silently“ (etwa: Raka wird schweigend abgeschlachtet) berichtete über den Luftangriff. Dabei seien Menschen getroffen worden, die den Fluss überqueren wollten. Zivilisten würden verstärkt versuchen, in kleinen Booten über den Euphrat zu fliehen, nachdem die beiden größten Brücken, die aus der Stadt führen, zerstört worden seien.

In der IS-Hochburg Raqqa soll in Kürze eine Großoffensive zur Vertreibung der Jihadisten aus der Stadt beginnen. Deswegen sind nach Koalitionsangaben bereits 200.000 Menschen aus der Stadt geflohen.

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Die von den USA angeführte Koalition unterstützt seit dem vergangenen November die arabisch-kurdische Rebellenallianz Syrische Demokratische Kräfte (SDF) bei ihrem Versuch, Raqqa einzunehmen. Auch russische Kampfflugzeuge flogen zuletzt eine Serie von Angriffen auf IS-Kämpfer auf dem Weg von Raqqa nach Palmyra.

Nichtregierungsorganisationen beklagen, dass es in jüngster Zeit vermehrt zivile Opfer bei den Einsätzen der Koalition gebe. Die Vereinten Nationen riefen Ende Mai eindringlich zu einem besseren Schutz von Zivilisten vor Luftangriffen gegen die IS-Jihadisten in Syrien auf. „Alle Staaten“, die derartige Einsätze flögen, müssten „viel sorgfältiger darauf achten, zwischen legitimen militärischen Zielen und Zivilisten zu unterscheiden“, erklärte UN-Menschenrechtskommissar Zeid Ra‘ad Al Hussein.

Die Zahl der zivilen Opfer durch Luftangriffe der von den USA geführten Koalition erreichte laut der Beobachtungsstelle zuletzt einen neuen Höchststand. Zwischen dem 23. April und dem 23. Mai dieses Jahres seien 225 Zivilisten getötet worden, darunter zahlreiche Kinder.




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