Letztes Update am Di, 06.06.2017 07:48

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Venezuela- Gewerkschaft beklagt Angriffe auf Journalisten bei Protest



Caracas (APA/AFP) - Bei Protesten gegen Venezuelas Präsident Nicolas Maduro sind nach Angaben der Journalistengewerkschaft mehrere Pressevertreter durch Soldaten attackiert worden. 14 Journalisten seien am Montag in Caracas und Merida angegriffen worden, teilte die Gewerkschaft SNTP mit.

„Außer in zwei Fällen ging die Gewalt von staatlichen Sicherheitsorganen, insbesondere von der Nationalgarde, aus“, sagte Gewerkschaftschef Marco Ruiz. Die Medienvertreter seien außerdem ausgeraubt worden, ihnen seien Mobiltelefone, Gasmasken und andere Teile ihrer Ausrüstung gestohlen worden. Insgesamt seien seit Beginn der Protestwelle 254 Journalisten während der Demonstrationen angegriffen worden. Ruiz verlangte Ermittlungen gegen die verantwortlichen Sicherheitskräfte.

Auch die Opposition erhob Vorwürfe gegen das Militär. Journalisten und Demonstranten seien attackiert und ausgeraubt worden, sagte der Abgeordnete Juan Andres Mejia. Die Demonstranten hatten am Montag versucht, eine Autobahn in Caracas zu blockieren. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas und Wasserwerfer ein, um die Kundgebung aufzulösen.

Die Opposition mobilisiert seit gut zwei Monaten ihre Anhänger, um den sozialistischen Staatschef aus dem Amt zu drängen. Fast täglich liefern sich Demonstranten und Sicherheitskräfte Straßenschlachten. 65 Menschen wurden bereits getötet.

Die Regierungsgegner kämpfen für eine Amtsenthebung Maduros. Sie machen ihn unter anderem für die schwere Wirtschaftskrise in dem südamerikanischen Land verantwortlich, die zu dramatischen Versorgungsengpässen geführt hat.




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