Letztes Update am Di, 06.06.2017 09:51

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Australiens Premier kritisiert nach Geiselnahme Bewährungsstrafe



Melbourne (APA/dpa) - Nach der als Terrorattacke eingestuften Geiselnahme im australischen Melbourne hat Premierminister Malcom Turnbull kritisiert, dass Täter in mehreren Fällen mit Bewährungsstrafe auf freiem Fuß gewesen seien. Er frage sich, warum ein bekannter Krimineller mit einer „langen Liste von Gewalt“ auf Bewährung frei sein konnte, sagte Turnbull am Dienstag.

Ein 29-jähriger Australier somalischer Abstammung hatte am Montag eine Frau in einem Wohnhaus als Geisel genommen. Zuvor hatte er einen Angestellten der Hausverwaltung erschossen. Während der Geiselnahme bekannte er sich zur Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) und zum Terrornetzwerk Al-Kaida. Die Polizei stürmte schließlich die Wohnung und erschoss den Mann. Drei Polizisten wurden bei der Aktion verletzt.

„Es hat schon zu viele Fälle von Menschen gegeben, die auf Bewährung frei waren und gewalttätige Angriffe dieser Art verübten“, sagte Turnbull vor Reportern. Australien stehe einer wachsenden Bedrohung durch islamistischen Terror gegenüber.

Die australische Polizei stufte die Geiselnahme am Dienstag als Terrorattacke ein. Sie geht aber nicht davon aus, dass die Tat Teil einer größeren Verschwörung gewesen sei. Zum Bekenntnis des IS sagte Polizeichef Graham Ashton, dieser „springt immer auf und erklärt sich verantwortlich, sobald etwas passiert“.

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Der Mann sei für die Sicherheitsdienste von gewissem Interesse gewesen, sagte sie weiter. Er hatte im Verdacht gestanden, 2009 einen Terroranschlag auf eine Kaserne in Sydney geplant zu haben, war aber freigesprochen worden. Im vergangenem November war der 29-Jährige auf Bewährung freigelassen worden, nachdem er wegen eines Deliktes aus dem Jahr 2012 eingesessen hatte.




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