Letztes Update am Di, 06.06.2017 10:54

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Steuern - Reform 2016 ließ Einkommen um 620 Euro steigen



Wien (APA) - Die Steuerreform 2016 hat allen Arbeitnehmern und Pensionisten etwas gebracht, das durchschnittliche Nettoeinkommen stieg 2016 um rund 620 Euro pro Jahr an. Am stärksten profitiert haben aber die Bestverdiener, nämlich die Beamten und Beamten-Pensionisten, ergab eine Studie des wirtschaftsliberalen Thinktanks „Agenda Austria“.

Laut den am Dienstag veröffentlichten Berechnungen hat der Mittelstand mit Einkommen von 20.000 bis 40.000 Euro besonders profitiert von den Anfang 2016 in Kraft getretenen Steuermaßnahmen. Am stärksten entlastet wurden in absoluten Zahlen die Bestverdienenden: Die aktiven Beamten bekamen 2016 um fast 1.400 Euro mehr, die Beamten in Ruhestand rund 1.200 Euro, Angestellte um rund 830 Euro. Den Arbeitern blieben um 460 Euro mehr im Geldbörsel, den Pensionisten 420.

Prozentuell - also in Relation zu ihrem Einkommen - waren die Lehrlinge (die freilich am untersten Ende der Einkommenstabelle liegen) die größten Profiteure: Ihre Entlastung betrug mehr als fünf Prozent, bei den Beamten waren es rund vier Prozent.

Mit der - von der Regierung Werner Faymann (SPÖ)/Reinhold Mitterlehner (ÖVP) 2015 ausverhandelten - Steuerreform wurde eine zusätzliche Tarifstufe für Einkommen zwischen 11.000 und 18.000 Euro eingezogen, um Menschen mit geringem Einkommen zu entlasten. Sie werden nur noch mit 25 statt 36,5 Prozent besteuert. Auch die anderen Steuersätze und -grenzen wurden gesenkt. Die Negativsteuer - eine Gutschrift für Erwerbstätige, die keine Steuer bezahlen und einen Ausgleich beantragen - wurde von 110 auf 400 Euro angehoben, außerdem wird sie jetzt auch Pensionisten gewährt.

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Aus Sicht von Agenda Austria hat letzteres einen unerwünschten Nebeneffekt - nämlich einen starken Anreiz, nur Teilzeit zu arbeiten, um unter der Steuergrenze zu bleiben. Sinnvoller - weil mehr Anreiz zur Vollzeitbeschäftigung - wäre eine Senkung der Sozialversicherungsbeiträge, meint der industrienahe Verein in seiner Studie.




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