Letztes Update am Di, 06.06.2017 11:54

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Uni-Budget: Kern plädiert für Einigung vor der Wahl



Wien (APA) - Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) möchte die Zukunft der Finanzierung der Universitäten noch vor dem Wahltermin im Herbst zumindest in Grundzügen klären. „Mein Ziel ist es, das jetzt noch in der verbleibenden Zeit sicherzustellen“ und damit einen „Notstand“ an den Unis verhindern, sagte Bundeskanzler nach einer Gesprächsrunde mit der Universitätenkonferenz (uniko) am Dienstag vor Journalisten.

Ziel der Universitätsreform müsse sein, „dass unsere Jugendlichen an den besten Universitäten Europas - und zwar in Österreich studieren können“, sagte Kern: „Wir wissen, dass unsere Universitäten in hohem Maße unterdotiert sind.“ Die Rektoren würden zurecht Zweifel daran hegen, dass sich eine Lösung in ihrem Sinne, noch vor der vorgezogenen Neuwahl ausgeht. Diese würde eine Steigerung des gesamten Budgets der Unis für die Leistungsvereinbarungsperiode 2019-2021 um 1,35 Milliarden Euro auf elf Mrd. Euro vorsehen. In dem vom ehemaligen Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) im April vorgestellten Modell sind anstelle eines weitgehenden Globalbudgets die Budgetierung von Studienplätzen in den einzelnen Studienrichtungen sowie Zugangsbeschränkungen vorgesehen.

Da die Vereinbarungen zum Gesamtrahmen der Uni-Budgets bis Ende des Jahres getroffen werden müssen, schlägt Kern nun ein schrittweises Vorgehen vor. Die Finanzierung müsse in Gesprächen mit der ÖVP rasch „unter Bedingungen“ für die Unis festgeschrieben werden. Die Details zum Uni-Zugang und der Dotierung der einzelnen Fächer sollten dann „im gebotenen Zeitraum gewissenhaft diskutiert“ werden.

Bei dem Thema handle es sich laut Kern jedenfalls um „kein geeignetes Wahlkampfthema“. Im Gegensatz zur Bildungsreform, wo man bereits seit zwei Jahren intensiv verhandle, rede man über die Universitätsreform erst seit „zwei Wochen. Das ist mit Sicherheit ein Zeitraum, wo am Ende nichts Seriöses herauskommen wird“, so Kern, der klarstellte, dass er sich für die Umsetzung der „sehr umfangreichen Reform“ mehr Zeit gewünscht hätte. Bisher liege allerdings erst „eine lose Blattsammlung, wo an den entscheidende Stellen Kreuzerl im Text vorkommen“ vor.

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Für einen „geregelten Hochschulzugang“ plädierte unterdessen der Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP). „Aufgrund steigender Studierendenzahlen, schlechter Betreuungsrelationen und Drop-out Quoten bei durchschnittlich steigenden Studiendauern ist es wichtig, dass der Lehr- und Studienbetrieb effizienter gestaltet wird“, so Haslauer in einer Aussendung.

Ein allzu beliebiger Zugang nütze weder Studenten noch Unis, nur durch einen geregelten Hochschulzugang könne eine hochqualitative Lehre sowie Betreuung gesichert und die Abbrecherquoten gesenkt werden. Um die Kapazitäten an den Unis auszubauen, die Betreuungsverhältnisse zu verbessern und die Studienqualität zu steigern, brauche es „parallel zur Aufstockung der Mittel eine stärkere Steuerung der Studierenden-Flüsse seitens der öffentlichen Hand sowie eine Verbesserung des Beratungsangebotes für die Berufs- und Studienwahl“, so Haslauer.




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