Letztes Update am Di, 06.06.2017 12:18

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Salzburger Waldrappen abgeschossen: Italiener muss 2.000 Euro zahlen



Rom (APA) - Weil er zwei Salzburger Waldrappen abgeschossen hat, ist ein Italiener letztinstanzlich zur Zahlung einer Strafe von 2.000 Euro verurteilt worden. Ihm wurde auch die Jagdlizenz entzogen. Das Urteil am Ende eines fünfjährigen Verfahrens wurde vom Salzburger Waldrappteam als „Meilenstein“ zum Schutz bedrohter Tierarten bezeichnet.

Der toskanische Jäger hatten die Waldrappen „Goja“ und „Jedi“ unweit der toskanischen Stadt Livorno erlegt. Sie hatten fast das Ende ihrer Reise in die Toskana erreicht, als sie getötet wurden. Der Jäger war bereits im November zur Zahlung der Strafe verurteilt worden, hatte dagegen aber Rekurs eingereicht. Das Oberste Gericht in Rom bestätigte nun die Strafe.

Seit über zehn Jahren versuchen österreichische Ornithologen, Waldrappen in Europa anzusiedeln - eine im 16. Jahrhundert großteils ausgestorbene Vogelart. Angeleitet von Ultraleichtfluggeräten lernen die Vögel, in ihr toskanisches Winterquartier zu ziehen.

Ende der 1990er-Jahre haben Forscher begonnen, die seit Jahrhunderten fast ausgestorbenen Waldrappen im Almtal in Oberösterreich wieder anzusiedeln, mit dem Ziel, ihnen alte Zugvogelrouten neu beizubringen. 2004 brachen die ersten Tiere zu ihrer großen Reise auf. Der Waldrapp ist auf der Liste bedrohter Arten als „hochgradig gefährdet“ eingestuft.

Lange waren die Tiere mit dem markanten Schnabel und Kopfschmuck in den Felswänden der Salzburger Stadtberge heimisch, bis sie im 16. Jahrhundert verschwanden. Die illegale Vogeljagd ist die primäre Todesursache, drei Viertel der Todesfälle sind darauf zurückzuführen. Die Zugvögel müssen im ersten Jahr von den Eltern die Flugroute nach Italien erlernen. Von Menschen aufgezogene Jungvögel kennen den Weg nicht. Menschliche Zieheltern, auf die sie geprägt sind, geleiten sie jedes Jahr mit Leichtflugzeugen und fliegen ihnen voraus.




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