Letztes Update am Di, 06.06.2017 12:39

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


EU drängt auf bessere Umsetzung der Tierschutzregeln



Brüssel (APA/dpa) - Quälende Tiertransporte, das Abschneiden von Schweineschwänzen, zu beengte Kaninchenställe: Beim Tierschutz liegt aus Sicht der Europäischen Union vieles im Argen, was nun im Austausch von Unternehmen, Experten und Behörden verbessert werden soll. Dazu startete EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis am Dienstag ein Diskussionsforum, die sogenannte Tierschutz-Plattform.

„Das ist ein Riesenthema“, sagte Andriukaitis. In der EU gelten strikte Tierschutzstandards auch für Nutztiere. Dazu zählen der Schutz vor Hunger und Durst, vor Stress, Schmerz, Verletzung und Krankheiten, vor Beschränkung natürlicher Verhaltensweisen und vor Ängsten. 2012 legte die EU eine Tierschutzstrategie vor.

Die Regeln reichten aus; nötig seien bessere Umsetzung, Kontrollen und Selbstverpflichtungen, sagte Andriukaitis. Er erinnerte daran, dass Tierschutz Bauern, Schlachtern und Transporteuren Geld koste - dass es also auch um Wettbewerbsbedingungen gehe. Die Plattform soll 75 Akteure zusammenbringen und anhand von Beispielen aufzeigen, wie die Umsetzung am besten funktioniert.

Andriukaitis brachte zur Auftaktveranstaltung ein Stoffkaninchen mit, das ihm ein kleines Mädchen 2014 mit einem Zettel in die Hand gedrückt hatte. „Lieber Herr Andriukaitis, bitte helfen Sie den Kaninchen, Danke Klara“, steht darauf. Für viele Menschen sei das Thema hochemotional, sagte der Kommissar. Bis zu 90 Prozent der Europäer sorgten sich um den Tierschutz.




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