Letztes Update am Di, 06.06.2017 12:45

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Russland setzt trotz Litauens Grenzzaun zu Kaliningrad auf Dialog



Moskau/Kaliningrad (APA/dpa) - Das Außenministerium in Moskau setzt trotz des von Litauen geplanten Baus eines Grenzzauns zur russischen Exklave Kaliningrad (früher Königsberg) weiter auf Dialog. „Es ist erfreulich, dass die örtlichen Behörden trotz der russlandfeindlichen Maßnahme (...) ein Interesse daran zeigen, weiter zu kommunizieren“, sagte Außenminister Sergej Lawrow am Dienstag.

Das baltische EU- und NATO-Land Litauen hatte am Montag mit dem Bau eines 44,6 Kilometer langen Zauns an der Grenze zu Kaliningrad begonnen. Das Projekt kostet etwa 1,4 Millionen Euro und soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein.

Russland werde Schritte unternehmen, damit die grenzüberschreitenden Kontakte zwischen den Menschen nicht unter der politischen Konjunktur litten, sagte Lawrow der Agentur Interfax zufolge. Das Ministerium habe der Regierung vorgeschlagen, kostenlose elektronische Visa für die Menschen vor Ort einzuführen.

Mit dem zwei Meter hohen Schutzzaun sollen Schmuggler und illegale Grenzgänger abgehalten werden. Auch geopolitische Gründe spielen eine Rolle. Litauen ist angesichts des andauernden Konflikts in der Ukraine um seine Sicherheit besorgt. Stellenweise soll der Zaun mit modernen Überwachungssystemen ausgerüstet werden.




Kommentieren