Letztes Update am Di, 06.06.2017 13:24

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Katar-Krise - Deutsche Wirtschaft sieht kaum direkte Auswirkungen



Berlin (APA/AFP) - Die deutsche Wirtschaft reagiert auf die diplomatischen Zerwürfnisse auf der Arabischen Halbinsel um das Emirat Katar vorerst gelassen. „Die wirtschaftliche Relevanz ist kurzfristig sehr überschaubar“, sagte der Sprecher des Bundesverbands Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Andre Schwarz, zur Nachrichtenagentur AFP. Auch größere Ausschläge an den Börsen gab es zunächst nicht.

Auswirkungen auf den Außenhandel gebe es „derzeit weniger bis gar nicht“, sagte Schwarz, am Dienstag. Dafür sei das bilaterale Handelsvolumen zu klein. Gleichwohl sei dies eine Entwicklung, „wo wir trotzdem hingucken“, vor allem mit Blick auf mögliche Weiterungen, die Auswirkungen auf den Ölpreis oder auf Auslandsinvestitionen Katars bei deutschen Unternehmen haben könnten.

„Es gibt keine Panik“, hob der Sprecher jedoch hervor. Sorgen gebe es eher wegen der politischen Gesamtlage in der Region. Die Zerwürfnisse um Katar seien dort jetzt „ein weiterer Konfliktherd, in einer Region, in der ohnehin Konflikte reich gesät sind“. Dies sei schon eine „ernst zu nehmende Herausforderung“.

Saudi-Arabien, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate und Ägypten hatten am Montag die diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen, sie werfen dem Land Unterstützung von Terroristen vor. Später schlossen sich weitere arabische Staaten diesem Vorgehen an.

In der Rangfolge der deutschen Handelspartner lag Katar bei den Exporten 2016 laut Statistischem Bundesamt auf Platz 52, bei den Importen sogar nur auf Platz 79. Größere Anteile hält Katar in Deutschland vor allem an den Unternehmen Volkswagen, Deutsche Bank und Siemens. Der deutsche Aktienmarkt tendierte am Dienstag zum Handelsbeginn zwar etwas schwächer, allerdings spielten hier auch andere Faktoren eine Rolle als die neuen Spannungen im Nahen Osten.




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