Letztes Update am Di, 06.06.2017 11:45

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tiroler Soziale Dienste: Für Platter „personelle Anpassung“ notwendig



Innsbruck (APA) - Die mit einem drohenden Millionenverlust und einem damit verbundenen Jobabbau konfrontierten, für die Asylbetreuung zuständigen Tiroler Sozialen Dienste (TSD) beschäftigen weiter die Landespolitik. Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) sprach am Dienstag in der Regierungspressekonferenz unter anderem von einer notwendigen „personellen Anpassung“, die es vorzunehmen gelte.

Wie viele Mitarbeiter abgebaut werden müssen, wolle er aber derzeit nicht öffentlich sagen: „Es gibt Vorstellungen, aber ich möchte nicht, dass die Mitarbeiter darüber in den Medien lesen.“ Diesen Donnerstag soll es eine Besprechung mit Geschäftsführung und Betriebsrat geben und am 20. Juni dann ein „Zukunftskonzept“ von der Landesregierung beschlossen werden, kündigte Platter an.

Es müsse dabei Rücksicht genommen werden auf die sinkende Asylwerberzahl in Tirol - heuer seien es etwa 1.000 weniger als im vergangenen Jahr. Prognosen würden zudem von 200 Asylwerbern weniger pro Monat ausgehen. Gleichzeitig müsse Rücksicht genommen werden auf „allfällige Szenarien“, spielte Platter auf die steigenden Anlandungen von Flüchtlingen in Italien an. Ein komplettes Zurückfahren der Strukturen wäre „falsch“, zu früh Strukturen abzubauen ein Fehler. Sicherheitspolitik bedeute, auf alle Szenarien vorbereitet zu sein. Der Rückgang der Asylwerberzahlen werde jedoch neben der „personellen Anpassung“ auch Auswirkungen auf die Unterkünfte haben.

TSD-Geschäftsführer Harald Bachmeier hatte die Mitarbeiter in einem internen Schreiben darüber informiert, dass „sich die wirtschaftliche Lage wegen des Rückgangs (der Flüchtlinge, Anm.) verschlechtert und alle Berechnungen einen Millionenverlust wahrscheinlich werden lassen“. Laut Informationen der „Tiroler Tageszeitung“ soll der Verlust zwischen drei und sieben Millionen Euro betragen. Mehr als 100 der 360 Beschäftigten könnten abgebaut werden.

Zur Vorgangsweise des Geschäftsführers der vom Land ausgelagerten Tiroler Sozialen Dienste gefragt, meinte Platter, er hätte dies „vielleicht anders gemacht“. „Ich hätte in dieser angespannten Lage das Gespräch mit dem Betriebsrat gesucht. Dem Vernehmen nach wird das aber jetzt nachgeholt“, so der Landeshauptmann. Es müsse nun ein Sozialplan auf den Tisch, denn: „Dann schaut die Welt schon ganz anders aus“. LHStv. Ingrid Felipe (Grüne) zeigte sich indes zuversichtlich, dass man bis zum 20. Juni eine gute Lösung finden werde.




Kommentieren