Letztes Update am Di, 06.06.2017 13:57

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tusk verlangt strenge Auflagen für Ostsee-Pipeline Nord Stream 2



Brüssel/Wien/Moskau (APA/dpa) - EU-Ratspräsident Donald Tusk fordert strenge Auflagen für das umstrittene Gasleitungsprojekt Nord Stream 2 von Russland nach Deutschland, an dem auch die OMV beteiligt ist. In einem Brief an EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker verlangte er eine „umfassend europäische Lösung“ und die Einhaltung aller EU-Regeln, wie Diplomaten am Dienstag bestätigten.

Die Leitung durch die Ostsee soll zusätzlich zur bereits bestehenden Trasse Nord Stream 1 entstehen und ab 2019 mehr russisches Gas nach Westeuropa bringen. Vor allem osteuropäische Länder lehnen sie ab, unter anderem mit dem Argument, man mache sich noch abhängiger von Russland. Zudem werde die Ukraine als wichtigstes Transitland für russisches Gas umgangen.

Tusk wandte sich nach Informationen des Portals „Politico“ in dem Brief an Juncker offen gegen das Projekt. Es sei nicht im europäischen Interesse und überlasse die Ukraine der Gnade Russlands. Einzelheiten aus dem Brief wurden allerdings nicht bestätigt.

Ein Sprecher der EU-Kommission betonte, Juncker habe schon vergangenes Jahr bestätigt, dass Nord Stream 2 alle EU-Regeln einhalten müsse. Man arbeite an einem „rechtlichen Rahmen“, der den EU-Mitgliedsländern zur Abstimmung vorgelegt werde. Einen genauen Zeitplan nannte der Sprecher nicht.

Ende April hatten fünf europäische Unternehmen - neben der OMV die ENGIE (früher GDF Suez), Shell, Uniper und Wintershall - einen Vertrag zur Finanzierung von Nord Stream 2 geschlossen. Sie wollen die Hälfte der Projektkosten von rund 9,5 Mrd. Euro übernehmen. Die Firmen haben sich zu einer langfristigen Finanzierung von 50 Prozent der gesamten Projektkosten - derzeit werden 9,5 Mrd. Euro erwartet - verpflichtet. Jedes einzelne Unternehmen werde bis zu 950 Mio. Euro bereitstellen. Der russische Gaskonzern Gazprom „ist und bleibt alleiniger Aktionär der Projektgesellschaft Nord Stream 2 AG“, hieß es, als die Pläne im Herbst des Vorjahres konkreter geworden waren.

Die 1.220 Kilometer lange Nord Stream 2 Gaspipeline, mit einer Gesamtkapazität von 55 Mrd. Kubikmeter pro Jahr, solle eine direkte Verbindung zwischen von der russischen Küste durch die Ostsee nach Greifswald (Deutschland) bieten. Die Bauarbeiten sollen 2018 beginnen und bis Ende 2019 abgeschlossen sein.

~ ISIN AT0000743059 GB00B03MLX29 DE000UNSE018 FR0010208488 WEB http://www.omv.com

http://www.gazprom.com/

http://www.wintershall.com/

http://www.shell.com/

https://www.uniper.energy

http://www.engie.com/ ~ APA321 2017-06-06/13:55




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