Letztes Update am Di, 06.06.2017 12:27

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


EU-Kommission leitet Untersuchung gegen Modeunternehmen Guess ein



Brüssel (APA/AFP) - Das US-Modeunternehmen Guess hat möglicherweise gegen geltendes EU-Wettbewerbsrecht verstoßen. Die EU-Kommission leitet deswegen eine formelle Untersuchung ein, teilte die Behörde am Dienstag in Brüssel mit.

Dem Unternehmen wird vorgeworfen, Einzelhändlern den Onlinehandel an Verbraucher oder andere Verkäufer im EU-Ausland verboten zu haben. Möglicherweise seien auch Großhändler von entsprechenden Vertragsklauseln betroffen.

Zwar dürfen Unternehmen ihre Vertriebsabläufe selbst bestimmen, diese müssen aber im Einklang mit den Verbraucherrechten stehen. Konsumenten haben grundsätzlich das Recht, Waren bei Händlern zu bestellen, auch wenn dieser in einem anderen Mitgliedstaat seinen Geschäftssitz hat.

Erst im Mai hatte die EU-Kommission einen Bericht veröffentlicht, der jedoch auf bestehende Einschränkungen bei Auslandsverkäufen hinwies. So gaben zehn Prozent der befragten Einzelhändler an, bereits mit solchen Hürden konfrontiert gewesen zu sein.

Für die eingeleitete Untersuchung der EU-Kommission gibt es keine Zeitbeschränkung. Sollte die Behörde jedoch ihren Verdacht bestätigt sehen und ein formales Wettbewerbsverfahren einleiten, drohen dem Unternehmen Strafen in Höhe von bis zu zehn Prozent seines Jahresumsatzes.

Guess ist ein Modeunternehmen, das Bekleidung und Accessoires entwirft und auch mittels Lizenzen vertreibt. Diese wird neben Guess, Guess Kids, Baby Guess auch unter dem Namen Marciano vertrieben.




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