Letztes Update am Di, 06.06.2017 14:30

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Wiener Börse (Nachmittag) - Konjunkturdaten lassen ATX unbewegt



Wien (APA) - Die Wiener Börse hat sich heute, Dienstag, am Nachmittag gut behauptet. Der ATX wurde um 14.15 Uhr mit 3.165,20 Punkten errechnet, das ist ein marginales Plus von 7,47 Punkten bzw. 0,24 Prozent. Zum Vergleich: DAX/Frankfurt -0,83 Prozent, FTSE/London -0,17 und CAC-40/Paris -0,60 Prozent.

Zunächst hatte das europäische Umfeld unter dem Eindruck des Golfstaaten-Konflikts und vor den britischen Parlamentswahlen belastet. Im Verlauf brachten Konjunkturdaten keine entscheidenden Impulse. So fielen Zahlen aus dem Einzelhandel des Euroraums durchwachsen aus. Österreich musste mit einem Minus von 1,2 Prozent hinter Kroatien den zweitstärksten Rückgang im April hinnehmen. Dagegen hellte sich die Anlegerstimmung im Währungsraum, gemessen am sentix-Index, von einem bereits hohen Niveau aus weiter auf.

Angesichts der optimistischeren Konjunkturperspektiven wird die Europäische Zentralbank (EZB) Experten zufolge am Donnerstag wohl einen kleinen Schritt hin zu einer geldpolitischen Wende wagen. Die Währungshüter dürften auf ihrer Ratssitzung wahrscheinlich die Risiken für das Wirtschaftswachstum als ausgeglichen bezeichnen - und damit zuversichtlicher auf die Konjunktur blicken.

In einem Branchenvergleich kletterten die Aktien der Öl-Konzerne sowie der Versorger an die ATX-Spitze. Verbund stiegen um 2,91 Prozent und EVN um 0,75 Prozent. Österreich hat 2016 für den Import von Energie knapp 9 Mrd. Euro ausgegeben, exportiert wurde Energie im Wert von gut 2 Mrd. Euro. In Summe gab es in diesem Bereich ein Handelsdefizit von 6,7 Mrd. Euro, teilte die Energieagentur mit.

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Auch die OMV-Papiere gewannen 2,73 Prozent. Gut 60 Prozent des Energie-Handelsdefizits entfielen auf Öl, weitere 30 Prozent auf Gas. „Die große Menge an importierter fossiler Energie bedeutet einen enormen Kaufkraftabfluss für unser Land“, schreibt Peter Traupmann, Geschäftsführer der Energieagentur.

Unterdessen notierte der Bankensektor im Fahrwasser des schwachen europäischen Umfeldes. Erste Group verloren 0,67 Prozent und Raiffeisen International Bank fielen um 0,13 Prozent. Dabei ist die Verschuldung privater Haushalte in Osteuropa für Österreichs Banken kein besonders großes Risiko. In der Slowakei, Polen, Slowenien und Estland seien die Haushalte finanziell weitgehend gesund, am ehesten verletzlich seien die Haushalte in Ungarn und Lettland, heißt es in einer Studie der Nationalbank.

Außerdem gaben UNIQA-Papiere 0,58 Prozent ab. Obwohl die Ratingagentur Standard & Poor‘s (S&P) hat die Bewertung für den Versicherungskonzern mit „A-“ und dem Ausblick „stabil“ bestätigt. UNIQA sei einer der Marktführer im heimischen Versicherungssektor. Zudem hebe der Verkauf des Italiengeschäfts die Kapitalausstattung auf ein noch stärkeres Niveau.

Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX gegen 12.00 Uhr bei 3.170,20 Punkten, das Tagestief lag kurz nach Börsenstart bei 3.144,45 Einheiten. Der ATX Prime notierte mit einem Plus von 0,23 Prozent bei 1.595,44 Zählern. Um 14.15 Uhr notierten im prime market 15 Titel mit höheren Kursen, 23 mit tieferen und einer unverändert.

Bis dato wurden im prime market 4.478.794 (Vortag: 5.786.838) Stück Aktien umgesetzt (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 75,16 (73,08) Mio. Euro (Doppelzählung). Umsatzstärkstes Papier ist bisher OMV mit 360.548 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 17,06 Mio. Euro entspricht.

~ ISIN AT0000999982 ~ APA349 2017-06-06/14:27




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