Letztes Update am Di, 06.06.2017 14:45

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Europas Leitbörsen im Handelsverlauf weiter negativ



Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Aktienmärkte haben am Dienstag im Verlauf weiter mit Verlusten tendiert. Der 50 führende Unternehmen der Eurozone umfassende Euro-Stoxx-50 verlor 0,78 Prozent auf 3.551,51 Punkte. Der DAX in Frankfurt notierte gegen 14.30 Uhr mit 12.714,66 Punkten und minus 0,84 Prozent. Der FTSE-100 der Börse London verlor um 0,16 Prozent und steht nun bei 7.514,01 Stellen.

Der europäische Aktienhandel war am Dienstag vom politischen Geschehen dominiert. Die Parlamentswahlen in Großbritannien in dieser Woche zogen zuletzt verstärkt Aufmerksamkeit auf sich. Nach einer am Sonntag veröffentlichten Erhebung für die „Mail on Sunday“ liegen die Konservativen mit 40 Prozent der Stimmen nur noch einen Punkt vor der oppositionellen Labour-Partei mit 39 Prozent.

Im Nahen Osten haben Saudi-Arabien und andere arabische Staaten ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar eingestellt. Sie werfen dem Emirat vor, Terrorgruppen mitzufinanzieren. Analysten befürchten, der Konflikt könnte vor allem die Förderbeschränkungen für Rohöl gefährden. In den USA steht inzwischen die Anhörung des entlassenen FBI-Chefs James Comey an. Die Anhörung könnte den Druck auf den US-Präsidenten Donald Trump wieder erhöhen, dem vorgeworfen wird, bei Comey in Ermittlungen gegen einen Berater Trumps interveniert zu haben.

Bei den Konjunkturdaten blieb es weitgehend ruhig. Die Anlegerstimmung im Euroraum wird immer besser. Wie das Beratungsunternehmen sentix mitteilte, stieg der von ihm erhobene Konjunkturindikator um einen Punkt auf 28,4 Punkte. Die Einzelhandelsumsätze in der Eurozone sind im April hingegen etwas weniger stark gestiegen als erwartet.

Der Leitindex für die Eurozone wurde von Aktien aus dem Energiesektor angeführt. An der Spitze standen die Anteilsscheine von E.ON, die sich um 1,38 Prozent verteuerten. Gefolgt wurden sie von den Aktien des Ölkonzerns Eni mit einem Plus von 1,36 Prozent. Die Societe Generale hatte die Papiere des Energieversorgers empfohlen. Dicht gefolgt wurden die Eni-Papiere von ENEL (plus 1,02 Prozent).

Am schwächeren Ende des Euro-Stoxx-50 fanden sich Bankenwerte und Aktien aus dem Automobilsektor. Die Volkswagen-Anteile fielen um 1,82 Prozent und waren damit Schlusslicht. Nachdem sich der Streit um Manipulationen bei Dieselfahrzeugen nun auch auf die Konzernmarke Audi ausweiten könnte, gerät ein Großaktionär von VW, das Emirat Katar, zunehmend in Isolation. Auch der Branchenkollege BMW fand sich im Handelsverlauf mit minus 1,22 Prozent unter den schwächeren Aktien in Europa.

Händlern zufolge machen sich unter Anlegern neue Rechtssorgen um die Deutsche Bank breit. Die Aktien der deutschen Großbank gaben 1,64 Prozent nach. Gleich darauf reihten sich die Papiere der Societe Generale mit einem Minus von 1,46 Prozent ein.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA354 2017-06-06/14:42




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