Letztes Update am Di, 06.06.2017 15:00

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Russland will Kooperationsprogramme mit Montenegro überarbeiten



Podgorica/Moskau (APA/dpa) - Moskau will sein Kooperationsprogramm mit Montenegro überarbeiten. Konkret gehe es dabei um Programme im Bereich der militärischen Zusammenarbeit, wie der montenegrinische staatliche TV-Sender RTCG am Dienstag berichtete. Es ist die erste Reaktion aus Moskau nach dem offiziellen NATO-Beitritts des Adriastaats am Montag.

„Die Überprüfung werde zeigen, welche Programme abgebrochen und welche überdacht werden. In jedem Fall werden die Vereinbarungen mit Montenegro nach dessen Beitritt zur NATO neu überprüft“, kündigte Viktor Ozerov, Chef des Komitees des russischen Föderationsrates für Verteidigung und Sicherheit, gegenüber dem staatlichen russische Nachrichtenportal „Sputnik“ an, wie der montenegrinische TV-Sender berichtete.

Der NATO-Beitritt Montenegros hatte schon im Vorfeld für großen Unmut in Moskau gesorgt. Die russische Regierung empfindet die Aufnahme des kleinen Staates als Provokation. Immer wieder warnte Moskau davor, drohte sogar mit „Gegenmaßnahmen“. In der Vorwoche wurde bekannt, dass sich etwa 70 führende montenegrinische Politiker in einem Verzeichnis der unerwünschten Personen in Russland befinden würden. Zuvor hat die russische Konsumentenschutzbehörde den größten montenegrinischen Weinproduzenten Plantaze mit einem Export-Embargo für Russland belegt.

Moskau wird auch hinter einem am Vorabend der Parlamentswahlen in Montenegro im Oktober des Vorjahres vereitelten Putschversuch vermutet. Die kürzlich erhobene Anklage gegen die Putschisten bezieht sich auch auf zwei weiterhin flüchtige, russische Geheimdienstmitarbeiter.

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