Letztes Update am Di, 06.06.2017 14:12

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Katars Emir Al-Thani - Junger Herrscher mit Kontakten zu Islamisten



Doha (APA/dpa) - Scheich Tamim bin Hamad Al-Thani war erst 33, als er im Juni 2013 die Führung des Golfstaates Katar antrat. Unter seiner Führung baute die kleine Halbinsel ihren Einfluss in der Welt aus. Am Samstag wurde der Emir 37 - zwei Tage, bevor eine Reihe von Nachbarstaaten unter Führung Saudi-Arabiens die Verbindungen zu seinem Land abbrachen und es diplomatisch weitgehend isolierten.

Scheich Tamim wurde in Großbritannien erzogen und besuchte unter anderem die berühmte Militärakademie Sandhurst. Danach hatte er verschiedene Aufgaben im Emirat: Unter anderem war er Präsident des Nationalen Olympischen Komitees und stellvertretender Armeechef. Der sich fromm gebende Emir führte den Kurs seines Vaters und Vorgängers, Scheich Hamad, weiter und hob den noch vor einigen Jahrzehnten unbedeutenden Golfstaat auf das internationale Tableau. Dabei halfen die üppigen Einnahmen aus den Erdöl- und Gasvorkommen des Landes.

So holte der Sportfan Tamim für 2022 die Fußball-WM ins Land. In den Nachwehen des „Arabischen Frühlings“ wurde Katar zudem zum politischen Akteur über seine Ländergrenzen hinaus. Vor allem die Verbindungen des Scheichs zu den islamistischen Muslimbrüdern brachten ihm scharfe Kritik aus Saudi-Arabien und Ägypten ein.

Auch international wird der Scheich trotz seiner Rolle als enger US-Verbündeter mit Argwohn betrachtet. Kritiker werfen ihm die Unterstützung der Terrormiliz IS und des Terrornetzwerkes Al-Kaida vor.




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