Letztes Update am Di, 06.06.2017 17:00

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


NGO: Katar-Krise kann sich negativ auf Wiederaufbau in Gaza auswirken



Jerusalem/Gaza (APA/AFP) - Die von Saudi-Arabien und seinen Verbündeten verhängten Strafmaßnahmen gegen Katar haben nach Einschätzung von Entwicklungshelfern möglicherweise schädliche Auswirkungen auf den Wiederaufbau des Gazastreifens.

Jan Egeland, der Generalsekretär des Norwegischen Flüchtlingsrats und vormalige ranghohe UN-Funktionär, erklärte am Dienstag, Katar habe in Gaza sehr viel investiert und zu Fortschritten bei der dortigen Infrastruktur beigetragen. Wahrscheinlich müsse der Golfstaat seine Hilfe jetzt zurückfahren.

Katar ist einer der größten Geber für das von der radikalislamischen Hamas regierte, bitterarme Palästinensergebiet. Nach dem Krieg mit Israel im Jahr 2014 sagte Doha eine Milliarde Dollar für den Wiederaufbau der zerstörten Region zu. Davon schüttete der Golfstaat bis Dezember 2016 nach Angaben der Weltbank 216 Millionen Dollar aus. Katar, das 2022 die Fußballweltmeisterschaft austrägt, leidet unter fallenden Energiepreisen.

Saudi-Arabien, Ägypten, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate hatten am Montag ihre diplomatischen Beziehungen zum Emirat Katar abgebrochen. Die vier Staaten schlossen zudem ihren Luftraum für katarische Flugzeuge - eine Maßnahme, die sich äußerst negativ auf die Wirtschaft des Golfstaats auswirken kann. Die Strafmaßnahmen wurden unter anderem mit Katars Verbindungen zur Hamas und zu den Muslimbrüdern in Ägypten begründet.

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