Letztes Update am Di, 06.06.2017 17:03

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Rohstoffe (17.00) - US-Ölpreis etwas schwächer



Wien (APA) - Der US-Ölpreis hat am Dienstag im späten europäischen Handel schwächer gegenüber dem Vortag tendiert. Gegen 17.00 Uhr kostete ein Barrel (159 Liter) der Ölsorte West Texas Intermediate (WTI) 47,28 Dollar und damit um 0,25 Prozent weniger als am Montag. Der Future auf ein Barrel der Nordseesorte Brent wurde mit 49,36 Dollar gehandelt.

Die Eskalation der diplomatischen Beziehungen unter den Golfstaaten dürfte für Nervosität bei den Investoren gesorgt haben. Über das Wochenende haben mehrere mächtige Nahost-Länder den Golfstaat Katar wegen des Vorwurfs der Terrorismusunterstützung unter Druck gesetzt. Saudi-Arabien, Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain brachen ihre diplomatischen Verbindungen zu Katar ab. Katar ist der weltgrößte Exporteur von Flüssigerdgas (LNG).

Viele Experten gingen bis jetzt davon aus, dass der Streit wenig Einfluss auf die Förderung der beteiligten Länder wie Saudi-Arabien und Katar haben wird. Schließlich ist Katar mit rund 620.000 Barrel pro Tag einer der kleinsten Produzenten innerhalb der OPEC. Schwerer wiegt der Riss, welcher die OPEC und ihre Produktionskürzungen auf eine harte Probe stellen könnten, schreiben die Rohstoff-Experten der Commerzbank. Der Anreiz für einzelne Länder, die Produktion auszuweiten dürfte steigen, hieß es weiter.

Zusätzlich könnte der Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen in der vergangenen Woche belastet haben. Nach Einschätzung von Rohstoffexperten der Commerzbank besteht am Markt die Erwartung, dass die Ölproduktion in den USA künftig noch stärker steigen wird.

Das Gold-Nachmittagsfixing in London lag bei 1.293,50 Dollar und damit deutlich über dem Montagnachmittags-Fixing von 1.279,95 Dollar. Unterstützend dürften hier die Spannung im Nahen Osten gewirkt haben. Zudem enttäuschten die US-Arbeitsmarktdaten am Freitag, was die Erwartung auf eine Zinserhöhung seitens der US-Nationalbank (Fed) dämpfe, schrieben die Commerzbank-Experten. Auch andere Edelmetalle wie Silber und Platin legten zu. Allerdings verweisen die Commerzbank-Analysten darauf, dass die jüngsten Preisanstiege bei den Edelmetallen spekulativ getrieben sein dürften. Insbesondere die Preisstärke bei Palladium sei nicht nachvollziehbar, hieß es weiter.




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