Letztes Update am Di, 06.06.2017 16:54

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Anti-Terror-Gruppe hatte Londoner Attentäter vor einem Jahr gemeldet



London (APA/dpa) - Einer der Londoner Attentäter ist nach Angaben einer Denkfabrik zur Terrorbekämpfung schon vor knapp einem Jahr bei den Behörden gemeldet worden. Der 27-jährige Khuram Shazad Butt sei im Juli 2016 wegen eines Streits mit einem Mitglied der Quilliam Foundation zum Ende des Fastenmonats Ramadan aufgefallen, teilte die Stiftung am Dienstag in London mit.

Demnach hatte der aus Pakistan stammende Brite Butt dem Quilliam-Mitglied Usama Hasan vorgeworfen, mit Regierungsgeldern Muslime auszuspionieren. Als andere Gäste eingreifen wollten, habe es ein Handgemenge gegeben.

Mitarbeitern der Stiftung, die Butt den Behörden gemeldet hätten, sei gesagt worden, er sei „dem Geheimdienst schon bekannt“, hieß es. Der Quilliam-Chef Haras Rafiq klagte, die Behörden hätten den Bericht ernster nehmen sollen, zumal er von einer Anti-Terror-Gruppe gekommen sei. „Auch wenn die Polizei und Sicherheitskräfte gute Arbeit zu unserem Schutz geleistet haben, ist in diesem Fall klar, dass es offene Fragen gibt“, sagte Rafiq. Die Gruppe fordert seit Längerem die Ernennung eines Regierungs-Koordinators für die Extremismusbekämpfung in Großbritannien.

Zusammen mit zwei anderen Terroristen hatte Butt am Samstagabend auf der London Bridge und am Borough Market bei einem Anschlag mindestens sieben Menschen getötet.




Kommentieren