Letztes Update am Di, 06.06.2017 17:09

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Frankfurter Börse



Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Die Spannungen rund um das Emirat Katar haben den deutschen Aktienmarkt am Dienstag deutlich ins Minus gedrückt. Der DAX stoppte erst einmal seinen jüngsten Rekordlauf und unterschritt die Marken von 12.800 und 12.700 Punkten. Der Leitindex ging schließlich 1,04 Prozent tiefer bei 12.690,12 Zählern aus dem Handel.

Am Freitag hatte das Barometer noch bei 12.878 Punkten eine weitere Bestmarke erklommen, bevor die Gewinne nach den US-Jobdaten für Mai geschmolzen waren. Am Montag wurde auch in Frankfurt wegen des Pfingstfeiertags nicht gehandelt.

Der MDAX der mittelgroßen Unternehmen sank am Dienstag um 0,96 Prozent auf 25.448,57 Zähler. Für den Technologiewerte-Index TecDAX ging es um 0,52 Prozent auf 2.309,88 Punkte nach unten.

Am Dienstag reagierten die Anleger verschreckt auf die Zunahme der Spannungen infolge des Abbruchs aller diplomatischen Beziehungen zu Katar durch Saudi-Arabien und andere arabische Staaten. „Dass mehrere Golf-Staaten so plötzlich die Beziehungen mit Katar abbrechen, kam völlig unerwartet“, sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Handelshaus AxiTrader. Auf die Ölproduktion werde dies zwar keinen großen Einfluss haben, aber die Sorge steige, dass sich der Konflikt verschärfen könnte. Die von Sunniten regierten Staaten werfen dem Golf-Emirat die Unterstützung von Terrororganisationen sowie eine zu große Nähe zum schiitischen Iran vor.

Bei den Einzelwerten hierzulande sorgten Analystenkommentare für Bewegung, vor allem bei den Papieren von Wacker Chemie. Sie sackten am MDAX-Ende um mehr als 4 Prozent ab. Das Überangebot an Polysilizium werde zur Belastung für den Spezialchemiekonzern, schrieb Analyst Patrick Rafaisz von der Bank UBS.

Schlusslicht im DAX waren die Aktien des Pharma- und Agrarchemiekonzerns Bayer mit minus 2,22 Prozent. Kurz nach Börsenschluss wurde bekannt, dass die Leverkusener ihren Anteil an der Tochter Covestro reduzieren. Die Papiere der Lufthansa hingegen gewannen gut 1 Prozent. Die Airline streicht mehr Stellen im Management als bisher geplant. Zudem zeigte sich Konzernchef Carsten Spohr vom laufenden Geschäft positiv überrascht. Die Nachfrage in den USA und China sei besser als gedacht.

Die Nase vorn im Leitindex aber hatten die Versorgerwerte: So zogen RWE um rund 2 und E.ON um 2,76 Prozent an. Im MDAX gewannen die Aktien von Uniper und Innogy jeweils mehr als 1 Prozent. Angesichts teils hoher Dividendenrenditen zählen viele Investoren die Papiere der Branche aktuell zu den eher defensiveren Werten, was ihnen bei fallenden Kursen zugutekommt.

Die Papiere der Start-Up-Schmiede Rocket Internet büßten im SDAX nach wechselhaftem Verlauf rund 2 Prozent ein. Die Anleger hatten sich mit der Einordnung des noch in diesem Jahr angepeilten Börsengangs der Beteiligung Delivery Hero schwergetan. Sie bemängelten unzureichende Details des Essens-Lieferdienstes zum Gang aufs Parkett.

~ ISIN DE0008469008 ~ APA517 2017-06-06/19:07




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