Letztes Update am Di, 06.06.2017 17:15

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Schüler in Republika Srbska lernen weiter nichts über Srebrenica



Banja Luka (APA/AFP) - Im serbischen Landesteil von Bosnien-Herzegowina sollen Kinder im Schulunterricht auch künftig nichts über das Massaker von Srebrenica und die folgenschwere Belagerung von Sarajevo lernen. Das gab der Präsident der Republika Srpska, Milorad Dodik, am Dienstag in Banja Luka bekannt.

Damit bleiben Geschichtsbücher, die im kroatisch-muslimischen Teil Bosniens konzipiert wurden und in denen die Themen Srebrenica und Sarajevo behandelt werden, weiterhin aus den Klassenzimmern in dem serbischen Landesteil verbannt.

Seine Teilrepublik widersetze sich dem Versuch, die Schüler zu täuschen, indem ihnen beigebracht werde, „dass wir einen Genozid begangen haben“, sagte Dodik. „Wer würde so etwas akzeptieren?“, fügte er hinzu.

Im Juli 1995 hatten im Bosnienkrieg bosnisch-serbische Truppen die eigentlich zur Schutzzone deklarierte Region um Srebrenica angegriffen. Sie töteten etwa 8.000 muslimische Männer und Buben.

Die Tat gilt als das schlimmste Kriegsverbrechen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg. Bosnisch-serbische Truppen belagerten zudem von 1992 bis 1995 die Stadt Sarajevo. Durch Bomben und Scharfschützen starben dort in dieser Zeit etwa 10.000 Menschen.

Dodik hat in der Vergangenheit wiederholt erklärt, dass in Srebrenica kein Genozid stattgefunden habe. Der Politiker war einst von westlichen Ländern unterstützt worden, mittlerweile hat er sich aber weit von ihnen entfernt und stellt zudem die Einheit des multi-ethnischen Bosnien infrage.




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