Letztes Update am Di, 06.06.2017 22:18

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Frankreich will multinationale Anti-Terror-Truppe im Sahel



New York (APA/AFP) - Zur besseren Bekämpfung von Jihadisten und Drogenhändlern in der Sahel-Zone will Frankreich im UN-Sicherheitsrat die Gründung einer multinationalen afrikanischen Truppe beantragen.

Frankreich werde dem Sicherheitsrat diese Woche einen Resolutionstext für die Gründung einer Anti-Terror-Gruppe durch die fünf afrikanischen Länder Mali, Mauretanien, Niger, Tschad und Burkina Faso vorlegen, sagte der französische UN-Botschafter Francois Delattre am Dienstag in New York.

Die Entscheidung fällt voraussichtlich kommende Woche. Er rechne mit der Zustimmung des UN-Sicherheitsrats, sagte Delattre. „Wir können den Sahel nicht zu einem neuen Zufluchtsort für Terroristen der ganzen Region werden lassen“, warnte der französische Diplomat. In der Resolution soll UN-Generalsekretär Antonio Guterres um finanzielle und logistische Unterstützung für die neue Truppe gebeten werden.

Mali, Mauretanien, Niger, Tschad und Burkina Faso, die zusammen die sogenannte G-5 bilden, hatten im März den Aufbau einer solchen Truppe mit 5000 Mann mit Hauptquartier in Mali vereinbart. Am Montag erklärte der malische Außenminister Abdoulaye Diop, die G-5-Staatschefs hätten sich darauf geeinigt, die Zahl der Soldaten auf 10.000 zu verdoppeln. Für den 2. Juli kündigte Diop am Dienstag einen G-5-Sondergipfel in Bamako mit dem französischen Staatschef Emmanuel Macron an.

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini hatte am Montag bei einem Besuch in Bamako 50 Millionen Euro für den Aufbau der regionalen Militäreinheit zum Kampf gegen Jihadisten in der Sahel-Zone zugesagt. „Die Stabilität und Entwicklung der Sahel-Region ist nicht nur für Afrika, sondern auch für Europa entscheidend“, sagte sie.

In der dünn besiedelten Sahel-Region sind mehrere jihadistische Gruppierungen aktiv. Die deutsche Bundeswehr ist an dem 2013 gestarteten Stabilisierungseinsatz der UNO in Mali (MINUSMA) beteiligt. Erst im Jänner stimmte der Bundestag der Ausweitung des Einsatzmandats auf bis zu tausend deutsche Soldaten zu. An der UNO-Friedensmission beteiligt sich auch das Bundesheer mit 15 Soldaten.




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