Letztes Update am Mi, 07.06.2017 02:45

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Angreifer vor Notre Dame war Doktorand der Informationswissenschaft



Paris (APA/AFP) - Nach dem Angriff eines mutmaßlichen Islamisten auf Polizisten vor der Pariser Kathedrale Notre-Dame sind weitere Details über den Angreifer bekannt geworden. Es handle sich um einen aus Algerien stammenden 40-jährigen Doktoranden der Universität Lorraine in Metz in der ostfranzösischen Region Lothringen, verlautete am Dienstag aus Ermittlerkreisen.

Er war demnach Doktorand der Informationswissenschaften.

Den Ermittlerkreisen zufolge trug der Mann Ausweispapiere bei sich, die ihn als Farid I. ausgaben. Geboren wurde er demnach im Jänner 1977 in Algerien.

Universitätspräsident Pierre Mutzenhardt sagte einem örtlichen Radiosender, der Mann habe keine Auffälligkeiten gezeigt. Sein Doktorvater Arnaud Mercier sagte im französischen Fernsehen, der Student habe „nach außen hin keine übermäßige Anhängerschaft zum Islam gezeigt“. „Als ich ihn kannte, hatte er eine prowestliche, prodemokratische Anschauung“, sagte Mercier dem Sender BFMTV. Seit November habe er allerdings nichts mehr von ihm gehört. Dies habe ihn stutzig gemacht.

Der mit einem Hammer bewaffnete Angreifer war am Dienstag hinterrücks auf eine Polizeipatrouille vor der Kathedrale Notre-Dame losgegangen und verletzte einen Beamten leicht am Nacken. Einer seiner Kollegen schoss den Angreifer dann mit seiner Dienstwaffe an und verletzte ihn. Innenminister Gerard Collomb zufolge trug der Angreifer auch Küchenmesser bei sich und rief bei der Tat: „Das ist für Syrien!“ Vonseiten der Ermittler hieß es, der Mann habe sich zur Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) bekannt.

Am Dienstagabend wurde ein Studentenwohnheim in Cergy im Raum Paris durchsucht, wo der Angreifer ein Zimmer angemietet hatte. Wie eine AFP-Journalistin berichtete, waren 15 schwer bewaffnete Polizisten einer Eliteeinheit an der Durchsuchung beteiligt.




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