Letztes Update am Mi, 07.06.2017 06:03

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Basketball: Kapfenberg hat eine Hand am Meisterpokal



Oberwart/Kapfenberg/Wien (APA) - Wenn die Bulls Kapfenberg am Donnerstag zum fünften Spiel der „best of seven“-Finalserie in der Admiral Basketball Bundesliga (ABL) ins Südburgenland reisen, haben sie eine Hand am Meisterpokal. Mit einer 3:1-Führung gegen die Gunners Oberwart im Rücken fehlt nur mehr ein Sieg zum Titelgewinn. Die Obersteirer würden damit Clubgeschichte schreiben und gleichzeitig eine Durststrecke beenden.

Die vierte und bisher letzte Kapfenberger Meisterschaft datiert aus 2004 und liegt somit bereits 13 Jahre zurück. Das Double haben die Obersteirer überhaupt noch nie geholt. Gewinnen sie am Donnerstag (19.30 Uhr, Sky Sport Austria live), sichern sich die „Bullen“ nach dem Sieg im Cup am 26. März (77:60 über die Gunners in Oberwart) an selber Stelle auch den ABL-Titel 2017.

Das fünfte Finalspiel ist gleichzeitig das zehnte Aufeinandertreffen der beiden Teams im Saisonverlauf (bisher 6:3 für Kapfenberg). „Geheimnisse“ gibt es somit längst nicht mehr. Um die Serie zu verlängern, werden die Burgenländer wohl wieder auf aggressive Defensive setzen. Mit diesem Rezept wäre dem Titelverteidiger am Montag beinahe noch der Umschwung gelungen. Hilfreich wäre zudem eine bessere Freiwurfquote: 62,6 Prozent in den ersten vier Spielen sind ein durchaus ausbaufähiger Wert.

Ähnlich wenige Punkte wie in der aktuellen Finalserie (bisher nur 124 im Schnitt pro Spiel) sind übrigens auch im „best of seven“ 1999 gefallen. Mit durchschnittlich 126 pro Partie waren es vor 18 Jahren beim 4:1 von St. Pölten gegen Kapfenberg nur unwesentlich mehr. Zum Vergleich: 2014 zwischen den Obersteirern und den Güssing Knights wurden 161,4 Zähler pro Begegnung im Schnitt verbucht.

Setzen sich die Obersteirer in der Finalserie durch, drehen sie auch die Zeit zurück. Denn der seit Pfingstsonntag 50-jährige Coach Michael Schrittwieser und Armin Woschank, der am 2. Juli 35 wird, waren schon bei den vier Meisterschaften hintereinander von 2001 bis 2004 auf Kapfenberger Seite dabei. Der Guard durfte zudem 2009 mit dem WBC Wels den Titel feiern.

Schrittwieser, „Relikt“ aus der zuvor einzigen „best of seven“-Entscheidung 1999, weiß, dass die laufende Finalserie längst nicht „gegessen“ ist. 2014 hatte sein Team gegen die Güssing Knights 2:0 geführt, um noch 2:3 zu verlieren. Daran erinnert sich der Trainerfuchs nur zu genau, ebenso wohl an einen Spruch, den er in der Vergangenheit gern und oft getätigt hat: „Die Bauern jodeln erst beim Heimgehen.“

Die Gunners wollen am Donnerstag vor eigener Kulisse „alles geben“. Diese Devise hat Andell Cumberbatch schon unmittelbar nach der Schlusssirene von Spiel vier ausgegeben.




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