Letztes Update am Mi, 07.06.2017 10:33

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Internationale Pressestimmen zur Sicherheitsdebatte in Großbritannien



London (APA/dpa/AFP) - Internationale Tageszeitungen kommentieren am Mittwoch die Sicherheitsdebatte in Großbritannien nach den jüngsten Anschlägen vor dem Hintergrund der anstehenden Parlamentswahl:

„Times“ (London):

„Großbritannien hat eine Fahrt in Richtung Brexit begonnen, die immer wieder solide und weitsichtige Entscheidungen erfordern wird. Man muss Theresa May zugutehalten, dass sie - anders als manche ihrer Hinterbänkler - das Ausmaß der bevorstehenden Aufgabe versteht. Leider hat die Wahlkampagne eher ihre Schwächen als ihre Stärken gezeigt. Großbritannien ist darauf angewiesen, dass May eine deutlich erweiterte Mehrheit gewinnt sowie die Zuversicht und Weitblick findet, das Land zu einer neuen und erfolgreichen Stabilität außerhalb der Europäischen Union zu führen. Doch nach den verschiedensten Umfragen zu urteilen, bräuchte sie viel Glück, um ersteres zu erreichen und zudem müsste sie letzteres auch erst noch ausreichend unter Beweis stellen.“

„El Pais“ (Madrid):

„Trotz der Behauptungen aller Parteien und ihrer Kandidaten, dass der Terrorismus das Alltagsleben der Briten nicht verändern wird, scheint es nach den Attentaten von Manchester und London sicher, dass das, was in den vergangenen Tagen passiert ist, am Tag der Wahl sehr präsent sein wird. Zu diesem ohnehin schon schlechten Klima gesellt sich die Unsicherheit über das Ergebnis. Es handelt sich heute um ein ganz anderes Szenario als noch im April (...), als Theresa May die vorgezogene Wahl beschlossen hatte, weil sie auf einen komfortablen Sieg vertraute. Aber genau wie es ihrem Vorgänger passiert ist, könnte ihr diese Vermessenheit teuer zu stehen kommen.“

„Frankfurter Allgemeine“:

„Das ist der Punkt, an dem die Premierministerin May ins Spiel kommt und die Sache, neben der menschlichen Tragödie, politisch brisant wird. Denn als Innenministerin unter Cameron, das waren sechs Jahre, hatte May Kürzungen von 20.000 Stellen (!) bei der Polizei zu verantworten. Sie behauptet zwar, dass für die Bekämpfung des Terrorismus genügend Mittel bereit gestanden hätten. Aber wenn es zutrifft, dass Überwachungen der späteren Mördern wegen Personalnot hatten eingestellt werden müssen, kann sie sich nicht so leicht herausreden. Sie trug die politische Verantwortung. (...) In den jüngsten Umfragen ist der ursprünglich große Vorsprung der Konservativen dahingeschmolzen. Wird die von ihr selbst anberaumte Wahl am Donnerstag am Ende zum Fiasko für May?“

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