Letztes Update am Mi, 07.06.2017 10:48

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Fraport sieht Annäherung in Lufthansa-Streit



Frankfurt (APA/dpa) - Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport sieht im Konflikt mit seinem Großkunden Lufthansa Zeichen einer Annäherung. „Es sind gute Gespräche, und da werden wir sukzessive mit der einen oder anderen Antwort kommen“, sagte Fraport-Chef Stefan Schulte in Frankfurt.

Man rede etwa über verbesserte Abläufe im Terminal und bei der Gepäckabwicklung sowie über die Ausrichtung der Flughafen-Infrastruktur auf klassische Airlines und Billigflieger. Die Lücke zwischen den Vorstellungen werde sich aber „auch nicht innerhalb von drei Monaten schließen“.

Auslöser des Konflikts waren Gebührenrabatte, mit denen Fraport neue Airlines nach Frankfurt lockt - und damit die Tür für Billigflieger wie Ryanair öffnet. Erst vor zwei Wochen hatte Lufthansa-Chef Carsten Spohr Fraport dafür kritisiert. „Wir reden zwar viel miteinander, aber anscheinend nicht über die richtigen Themen“, hatte Spohr der „Börsen-Zeitung“ gesagt. „Das beunruhigt mich, denn es gefährdet unser gemeinsames Geschäftsmodell.“

Schulte sieht hingegen weiterhin große Schnittmengen mit der Lufthansa: „Das Ziel von beiden ist doch, den Sitzladefaktor in den Flugzeugen nach oben zu treiben, und von uns, unsere Terminals stärker zu frequentieren.“ Hier seien viele Fragen zu klären. Daher werde auch nicht „der große Vertrag“ mit der Lufthansa kommen, sondern vielleicht viele Verträge oder „nur Arbeitsergebnisse“.

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Die Verkehrsentwicklung an Deutschlands größtem Flughafen bereitet Schulte unterdessen Freude. In den Monaten Jänner bis April habe Fraport 3,9 Prozent mehr Fluggäste gezählt als im Vorjahr. „Und Sie können davon ausgehen, dass der Mai diesen Trend voll unterstützt hat.“ Die Verkehrszahlen für den Monat will Fraport am 13. Juni veröffentlichen.

Schulte lobte Lufthansa (die Konzernmutter der AUA, Anm.) und Condor dafür, dass sie wieder deutlich mehr Passagiere nach Frankfurt brächten. Allerdings könne sich Fraport dem europaweiten Trend zu immer mehr Billigflug-Angeboten nicht verschließen, um nicht dauerhaft Passagiere an andere Flughäfen wie Köln-Bonn zu verlieren. Fraport prüft daher, am neuen Terminal 3 im Süden des Flughafens einen Flugsteig mit vereinfachten Abläufen für Billigfluglinien einzurichten.

~ ISIN DE0005773303 DE0008232125 WEB http://www.fraport.de

http://www.lufthansa.com/ ~ APA165 2017-06-07/10:44




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