Letztes Update am Mi, 07.06.2017 10:30

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Mausoleum Khomeinis im Visier der Jihadisten



Teheran (APA/AFP) - Das Mausoleum von Ayatollah Khomeini in Teheran, das am Mittwoch zum Ziel eines Anschlags von Dschihadisten wurde, ist von hoher symbolischer Bedeutung im Iran. Das massive Gebäude südlich von Teheran ist der sichtbare Ausdruck des Personenkults um den Gründer der Islamischen Republik.

Mit seinen goldenen Minaretten und Kuppeln und den hohen Portalen erinnert es an die Mausoleen der schiitischen Imame in Mashhad oder Najaf, übertrifft sie aber noch an Größe. Jedes Jahr am 4. Juni ist das Mausoleum Schauplatz einer riesigen Kundgebung zum Todestag Khomeinis. Erst am Sonntag versammelte sich die Staatselite an dem Grab, um des verstorbenen Revolutionsführers zu gedenken. Irans geistliches Oberhaupt Ayatollah Ali Khamenei warf dem Westen dabei vor, eine verfehlte Strategie gegen Jihadisten zu verfolgen.

Khomeini wird bis heute von vielen Iranern als der Mann verehrt, der den Schah stürzte und das Land aus der Abhängigkeit der USA befreite. Als er am 3. Juni 1989 im Alter von 87 Jahren in seinem Haus im Norden Teherans verstarb, erwiesen mehrere Millionen Iraner ihm die letzte Ehre. Im Gedränge um seinen Sarg kamen damals mehrere Menschen ums Leben.

Wegen seiner autoritären Politik und der brutalen Verfolgung von Oppositionellen ist Khomeini jedoch auch heftig umstritten. Außer an offiziellen Feiertagen kommen nur wenige Menschen zu seinem Grabmal. Das Mausoleum liegt am Rande des weitläufigen Friedhofs von Behesht-e Zahra an der Autobahn zur Theologenstadt Ghom, wo Khomeini lange lebte und lehrte.

Mit dem Bau des Mausoleums wurde direkt nach dem Tod Khomeinis begonnen, doch ist es bis heute nicht vollständig abgeschlossen. Erst vergangenes Jahr wurde die gigantische Halle fertiggestellt, unter deren zentraler Kuppel der Staatsgründer zusammen mit seiner Frau, einem Sohn und anderen Größen der Islamischen Republik begraben liegt.




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