Letztes Update am Mi, 07.06.2017 13:03

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Emirate wollen Katar mit neuen Strafen „zur Vernunft bringen“



Abu Dhabi/Doha (APA/Reuters) - Nach dem Einreiseverbot für katarische Bürger und dem Verbot von Sympathiebekundungen für Katar in Medien des Golfstaates schlossen die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) weitere Schritte nicht aus. Man hoffe, die Entscheidungsträger in Katar „zur Vernunft bringen zu können“, sagte Staatssekretär Anwar Karkasch der Nachrichtenagentur Reuters.

Katar ist stark von Importen abhängig. Aus Regierungskreisen in Doha verlautete, die am Markt verfügbaren Getreidevorräte dürften für vier Wochen reichen. Zudem habe die Regierung große Mengen Lebensmittel in Doha gebunkert. „Wir sprechen mit der Türkei und dem Iran und anderen Ländern“, sagte ein Insider zu der Versorgungslage. Etwaige Lieferungen würden durch Frachtflüge von Qatar Airways ins Land gebracht.

Am Mittwoch liefen die Bemühungen weiter, den Konflikt diplomatisch zu entschärfen. Am Mittag wurde der saudiarabische Außenminister Adel al-Jubeir zu einem Gespräch mit seinem deutschen Kollegen Sigmar Gabriel (SPD) in Berlin erwartet. Aus türkischen Regierungskreisen verlautete, der iranische Außenminister Mohammad Javad Zarif werde im Laufe des Tages in die Türkei reisen.

Am Dienstag hatte US-Präsident Donald Trump die Isolierung Katars begrüßt und als persönlichen Erfolg nach seiner Nahostreise bewertet. Wie Reuters aus US-Regierungskreisen erfuhr, telefonierte Trump danach mit dem saudiarabischen König Salman. Verteidigungsminister James Mattis sprach seinerseits mit seinem Gegenüber aus Katar, wie ein amerikanischer Sprecher sagte.

Die VAE gehören zu einer Staatengruppe unter der Führung Saudi-Arabiens, die ihre Beziehungen zu Katar gekappt und die Flugverbindungen ausgesetzt haben. Sie werfen dem Golf-Staat vor, Terroristen und den Erzfeind Iran zu unterstützen, was die Regierung in Doha zurückweist. Der Vorgang ist nicht nur wegen der weltweiten wirtschaftlichen Verflechtungen - auch mit Deutschland - und Energie-Reserven Katars von Bedeutung. Auf einem Militärstützpunkt sind etwa 8.000 US-Soldaten stationiert. Von dort werden auch Luftangriffe auf die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) im Irak und Syrien koordiniert.




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