Letztes Update am Mi, 07.06.2017 14:21

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


London-Terror - Attentäter radikalisierte sich im letzten Jahr



Rom/London (APA) - Die Mutter des Italo-Marokkaners Youssef Zaghba, der als dritter Attentäter des Anschlags in London identifiziert wurde, ist der Ansicht, dass sich ihr Sohn im letzten Jahr in England radikalisiert habe. „Er ist starrer geworden. Von seinem Blick habe ich begriffen, dass es zu einer Radikalisierung bezüglich der islamischen Prinzipien gekommen war“, berichtete die Italienerin.

„Das ist in England geschehen, Youssef Blick ist düsterer geworden“, berichtete die vor 26 Jahren zum Islam übergetretene Italienerin im Interview mit italienischen Medien am Mittwoch. In London arbeitete ihr Sohn als Kellner in einem pakistanischen Fast Food. „Er arbeitete zehn Stunden am Tag und das beruhigte mich. Dann ist das passiert, was geschehen ist. Etwas Schreckliches, das nicht hätte geschehen sollen und nie wieder geschehen darf. Ich werde das Mögliche tun, um das zu verhindern. Man muss vor allem die Jugend erziehen“, sagte die in der Provinz Bologna lebende Valeria Collina.

„Das ist nicht der wahre Islam. Ich habe den Islam gewählt, weil ich denke, dass er die wahre Religion ist. Doch ich respektiere alle anderen Religionen“, meinte de Frau, die mit einem Marokkaner verheiratet war und nach der Trennung von ihrem Ehemann Marokko verlassen hatte und sich wieder unweit von Bologna niedergelassen hatte.

Die italienische Polizei bestreitet indes den Vorwurf, die Gefährlichkeit des italo-marokkanischen Attentäters unterschätzt zu haben. Zaghba war im März 2016 auf dem Flughafen von Bologna festgenommen war, später vom Verdacht des internationalen Terrorismus entlastet worden. „Wir haben richtig gehandelt, wir können das anhand von Dokumenten beweisen“, betonte der italienische Polizeichef Franco Gabrielli am Mittwoch. Über den Verdacht gegen Zaghba habe Italien sowohl die britischen, als auch die marokkanischen Sicherheitskräfte informiert.




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