Letztes Update am Mi, 07.06.2017 12:54

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gabriel: Erhalt der Anti-IS-Koalition mit Katar sehr wichtig



Berlin/Doha/Riad (APA/AFP) - Im Konflikt zwischen mehreren arabischen Staaten mit dem Golfemirat Katar hat der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) das große Interesse Deutschlands am Erhalt der Anti-IS-Koalition betont. „Wir alle sind daran interessiert, dass es zu keinen weiteren Eskalationen kommt“, sagte Gabriel nach einem Gespräch mit seinem saudiarabischen Kollegen Adel al-Jubeir am Mittwoch in Berlin.

Die Region sei ohnehin in großer Anspannung, fügte Gabriel unter Verweis auf den Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“(IS), die Konflikte in Syrien, im Jemen und im Nahen Osten hinzu. „Wir haben ein großes Interesse daran, dass die Koalition gegen den IS erhalten bleibt und dass wir hier zu einem friedlichen Miteinander auf der arabischen Halbinsel und insbesondere zwischen den Golfstaaten in der Lage sind“, sagte der deutsche Außenminister.

Gabriel bot deutsche Hilfe in dem Konflikt an. Es sei „auf allen Seiten viel Vertrauen verloren gegangen“, aber er setze darauf, dass es „überall den Willen gibt“, dieses Vertrauen wieder neu entstehen zu lassen. Deutschland biete an, seinen Beitrag dazu zu leisten, wo immer dies möglich sei. „Wir werden alles unterstützen, was zu einer Deeskalation beiträgt.“

Gleichzeitig äußerte sich Gabriel „sehr froh“ darüber, dass sein Gast ihn über laufende Bemühungen zum Beispiel durch den Emir von Kuwait informiert habe, die unterschiedlichen Parteien zusammenzubringen und über Lösungen zu verhandeln.

Zudem betonte er das „große Interesse“ daran, dass sich alle Mitglieder in der Anti-IS-Koalition einig seien, „dass es keinerlei Finanzierungen von terroristischen Organisationen geben darf, von keiner Seite“. Es müsse in dieser Hinsicht eine „klare Positionierung“ geben.

Al-Jubeir bekräftigte, Katar müsse sich auf die Bedingungen einlassen, „die wir gestellt haben“. Das Golfemirat müsse seine Unterstützung für extremistische Organisationen einstellen.

Saudi-Arabien und seine Verbündeten Bahrain, Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate hatten die diplomatischen Beziehungen zu Katar am Montag überraschend abgebrochen. Katarische Bürger müssen diese Länder binnen 14 Tagen verlassen. Außerdem stellten die Länder den Flugverkehr nach Katar ein. Aus Riad hieß es dazu, es gehe darum, die „nationale Sicherheit vor den Gefahren von Terrorismus und Extremismus zu schützen“.




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