Letztes Update am Mi, 07.06.2017 16:48

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Türkisches Parlament entscheidet über Truppenstationierung in Katar



Ankara (APA/AFP/dpa) - Das türkische Parlament will angesichts der diplomatischen Krise in der Golfregion rasch über die Stationierung von Truppen im Emirat Katar entscheiden. Die Abgeordneten würden noch am Mittwoch über die Umsetzung eines Verteidigungsabkommens mit Katar debattieren, sagten Abgeordnete der Nachrichtenagentur AFP.

Das Abkommen von 2014, das ein Jahr später vom Parlament gebilligt wurde, erlaubt die Stationierung türkischer Truppen in Katar.

Das kleine Emirat am Golf steht im Zentrum einer schweren diplomatischen Krise, seitdem Saudi-Arabien, Ägypten, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate am Montag ihre diplomatischen Beziehungen zu ihm abbrachen. Sie werfen Doha vor, Extremistengruppen in der Region zu unterstützen. Zudem sind sie unzufrieden, dass Katar ihren Kurs zur Isolation des Iran nicht mitträgt.

Die Türkei unterhält gute Beziehungen zu Katar, aber auch zu anderen Golfstaaten. Im syrischen Bürgerkrieg unterstützten Katar und die Türkei sunnitische Rebellen im Kampf gegen Präsident Bashar al-Assad. Der CHP-Abgeordnete Sezgin Tanrikulu und der AKP-Abgeordnete Taha Özhan sagten AFP, das Parlament werde noch am Mittwoch über die Entsendung von Soldaten nach Katar entscheiden.

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Laut Tanrikulu sind in Katar bisher 80 türkische Soldaten stationiert. Letztlich könnten es aber bis zu 3000 werden. In Katar befindet sich auch die größte US-Militärbasis in der Region. Sie spielt eine wichtige Rolle im Kampf gegen die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). US-Präsident Donald Trump stellte sich am Dienstag aber hinter die Isolation Katars, die er als Erfolg seiner Politik verbuchte. Später rief er die Staaten in der Region jedoch zur Einheit auf.

Unterdessen befand sich Irans Außenminister Mohammad Javad Zarif zu Gesprächen über „regionale Fragen“ in Ankara. Zarif traf zunächst seinen türkischen Kollegen Mevlüt Cavusoglu, später wollte er mit Präsident Recep Tayyip Erdogan zusammen kommen. „Unsere Region erlebt beunruhigende Entwicklungen“, sagte Zarif. Die Türkei und der Iran sollten sich dazu „eng austauschen“.

Der Besuch erfolgte wenige Stunden nach einem blutigen Doppelanschlag auf das Parlament in Teheran und das Mausoleum von Staatsgründer Ayatollah Khomeini im Süden der Stadt. Zu den Angriffen, bei denen mindestens 18 Menschen getötet wurden, bekannte sich die IS-Miliz. Es war das erste Mal, dass die sunnitische Extremistengruppe einen Anschlag in Teheran verübte.




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