Letztes Update am Mi, 07.06.2017 17:48

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Großaktionär Braun baut Einfluss bei Rhön-Klinikum aus



Frankfurt/Bad Neustadt (APA/Reuters) - Im Kampf der Großaktionäre um Einfluss beim Krankenhaus-Betreiber Rhön Klinikum hat der Medizintechnikkonzern B. Braun Melsungen einen Etappensieg errungen. Die Rhön-Hauptversammlung billigte am Mittwoch in Frankfurt den Einzug von Braun-Finanzchefin Annette Beller in den Aufsichtsrat. Damit verfügt der hessische Klinik-Zulieferer über zwei Sitze im Kontrollgremium des Krankenhaus-Konzerns.

Das Unternehmen der Familie von Ludwig Georg Braun, des ehemaligen Präsidenten des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), hatte erst kürzlich seine Rhön-Beteiligung auf gut 25 Prozent von zuletzt 22,4 Prozent aufgestockt und hält damit eine Sperrminorität.

Der zweite Großaktionär, der Hamburger Krankenhaus-Konzern Asklepios, kommt inzwischen ebenfalls auf etwas mehr als 25 Prozent. Rhön-Chef Stephan Holzinger erklärte auf die Frage nach einer Repräsentanz des Konkurrenten im Aufsichtsrat, von Asklepios sei kein Wahlvorschlag für den vakanten Sitz eingegangen. Rhön-Firmengründer und Aufsichtsratschef Eugen Münch räumte Spannungen zwischen den Großaktionären ein, betonte aber das Vertrauen in das Unternehmen: „Wir sind unter den Eignern nicht so, dass wir uns ständig umarmen“, sagte Münch. „Aber keiner würde über den anderen sagen, das ist ein Geldverbrenner.“ Münch selbst verfügt zusammen mit seiner Frau Ingeborg über knapp 17 Prozent an Rhön und schickt sich an, den Anteil zu erhöhen: Er hat Termingeschäfte geschlossen, die dem Ehepaar einen Anteil von knapp 23 Prozent sichern.

Nach langer Fragerunde fiel der Vorschlag durch, Rhön zum Erwerb von bis zu zehn Prozent des bestehenden Grundkapitals bis Ende 2021 zu ermächtigen. Der Konzern wollte sich nach eigenen Angaben damit einerseits die Möglichkeit offenhalten, eigene Aktien als „Akquisitionswährung“ bei Unternehmenszusammenschlüssen nutzen zu können. Andererseits wollte Rhön es sich ermöglichen, die Papiere gegen Barzahlung beispielsweise an institutionelle Anleger zu veräußern und sich so neue Investorenkreise zu erschließen. Bei dem Aktionärstreffen hatte das Management aber betont, dass es derzeit keine konkreten Pläne gebe. Vielmehr handle es sich um eine routinemäßige Erneuerung der Ende 2015 ausgelaufenen Erlaubnis zum Erwerb eigener Aktien.

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