Letztes Update am Mi, 07.06.2017 18:21

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Frankfurter Börse



Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Vor einer Vielzahl möglicherweise marktbewegender Ereignisse am Donnerstag hat der Dax leicht nachgegeben. Der deutsche Leitindex pendelte am Mittwoch um seinen Vortagesschluss und ging 0,14 Prozent tiefer bei 12.672,49 Punkten aus dem Handel. Angesichts hoher Gewinne bei den Versorgern schlug sich der Dax damit noch recht wacker.

Bei den Nebenwerte-Indizes hingegen war die Nervosität der Anleger vor wichtigen politischen und geldpolitischen Entscheidungen deutlicher zu spüren. So fiel der MDax der mittelgroßen Unternehmen um 0,79 Prozent auf 25.247,09 Punkte, der Technologiewerte-Index TecDax verlor 0,29 Prozent auf 2.303,20 Zähler.

Vor dem sogenannten Super-Donnerstag wollten sich die Anleger nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, schrieb Konstantin Oldenburger vom Handelshaus CMC Markets. An diesem Tag stehen neben den Aussagen der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Geldpolitik vor allem die britischen Parlamentswahlen im Fokus. Zudem könnte die geplante Anhörung des ehemaligen FBI-Chefs James Comey in den USA für Turbulenzen sorgen. Im Hintergrund schwelt auch die Katar-Krise weiter.

Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, die Brennelementesteuer zu kippen, ließ die Aktien von RWE und E.ON als beste Werte im Dax um jeweils gut 5 Prozent nach oben schnellen. Die von 2011 bis 2016 kassierte Abgabe ist nach Auffassung des Gerichts unvereinbar mit dem Grundgesetz. Damit können die Atomkonzerne auf Rückerstattung von insgesamt mehr als sechs Milliarden Euro hoffen.

Linde-Aktien legten um gut 1 Prozent zu. Mit der Zustimmung des Aufsichtsrats sei eine entscheidende Hürde für die Fusion mit dem US-Industriegase-Hersteller Praxair genommen worden, hieß es von Merrill Lynch. Die Bank sieht einen Zusammenschluss positiv.

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer baute seine Beteiligung an der Kunststofftochter Covestro weiter ab. Der Anteil sank von 53,3 Prozent auf 44,8 Prozent. Die Covestro-Aktien sackten im MDax um 4,62 Prozent ab. Noch schwächer waren in dem Index nur noch die Titel des Möbel- und Handelskonzerns Steinhoff, die nach der Vorlage von Halbjahreszahlen fast 6 Prozent einbüßten.

Bester Wert im MDax waren die Papiere von Stada mit einem Gewinn von gut 2 Prozent. Die Finanzinvestoren Bain Capital und Cinven versuchen mit einem doppelten Kniff, die geplante Übernahme des hessischen Arzneimittelherstellers zu retten. Sie räumen den Aktionären mehr Zeit für die Annahme ihrer milliardenschweren Offerte ein und geben sich zugleich mit einer niedrigeren Zustimmung zufrieden.

~ ISIN DE0008469008 ~ APA509 2017-06-07/18:17




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