Letztes Update am Mi, 07.06.2017 19:18

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Wann stoppt EZB die Geldschwemme? Erste Signale aus Tallinn erhofft



Frankfurt/Tallinn (APA/dpa) - Wann gehen Europas Währungshüter vom Gaspedal? Erste Hinweise auf den Einstieg in den Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik werden von EZB-Präsident Mario Draghi an diesem Donnerstag (14.30 Uhr) erhofft.

In der estnischen Hauptstadt Tallinn entscheidet zuvor der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) über den weiteren Kurs der Notenbank. Diesmal trifft sich das höchste Entscheidungsgremium der EZB wieder einmal nicht am Stammsitz Frankfurt.

Der Druck auf die EZB, ihre weit geöffneten Geldschleusen allmählich wieder zu schließen, hatte zuletzt zugenommen. Denn die Wirtschaft im Euroraum läuft wieder besser und die Inflation zieht an - beides gewünschte Effekte des vielen billigen Geldes. Noch jedoch gibt es im Kreis der Währungshüter Skepsis, ob der Aufwärtstrend von Dauer ist. „Wir müssen aufpassen, dass wir unsere Anreize nicht vorschnell zurückfahren“, sagte EZB-Vizepräsident Vítor Constâncio kürzlich.

Als sicher gilt: An den Zinsen wird die Notenbank vorerst nichts ändern. Der Leitzins liegt seit März 2016 auf dem Rekordtief von null Prozent. Parken Banken Geld bei der Notenbank, müssen sie dafür seither 0,4 Prozent Strafzinsen zahlen. Bis mindestens Ende 2017 will die EZB zudem weiter über den Kauf von Staats- und Unternehmensanleihen Milliarden in den Markt pumpen - derzeit fließen 60 Milliarden Euro monatlich.

Sparer leiden unter den Minizinsen, Banken tun sich mit dem Geldverdienen schwer. Andererseits profitieren Kreditnehmer von günstigen Konditionen - etwa beim Kauf von Häusern und Wohnungen.

~ WEB http://www.ecb.int ~ APA539 2017-06-07/19:15




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