Letztes Update am Do, 08.06.2017 08:42

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Griechenland - Wieser: Chance auf Einigung jetzt über 95 Prozent



Wien/Athen (APA) - Die Eurogruppe hat im Mai eine Entscheidung über einen weiteren Hilfskredit auf den 15. Juni vertagt. Der Chefkoordinator der Eurogruppe, Thomas Wieser, geht nun davon aus, dass es nächste Woche zur Einigung kommt

„Wir werden uns am 15. Juni mit einer Wahrscheinlichkeit von über 95 Prozent einigen“, sagte der Österreicher in Interviews mit den „Salzburger Nachrichten“ und „Oberösterreichischen Nachrichten“ (Donnerstagausgaben).

Der IWF bewertete zuletzt die Schuldentragfähigkeit Griechenlands skeptischer als andere Experten. Deutschland wiederum hatte die IWF-Prognosen dagegen zuletzt als zu pessimistisch kritisiert.

Wieser geht nun von einer Einigung in der Form aus, dass der Internationale Währungsfonds dem Programm „dem Grunde nach zustimmt, aber keine Auszahlungen tätigt, bevor man sich nicht auf eine gemeinsame Schuldentragfähigkeitsanalyse geeinigt hat. Der IWF bleibt ökonomisch dabei, aber finanziell - derzeit - nicht.“

Das Hilfsprogramm läuft seit zwei Jahren und endet im Sommer 2018. „Wir sind bei der zweiten Review, eigentlich müssten wir bei der achten sein“, so Wieser. „Das ist ein Indiz für die Schwierigkeiten, die es auch ohne IWF gibt.“

Der Währungsfonds zögert mit der Beteiligung am laufenden, bis zu 86 Mrd. Euro schweren Hilfspaket, weil er die griechischen Schulden für nicht tragfähig hält und deshalb weitreichende Entlastungen durch die Euro-Geldgeber fordert. Seit 2010 erhält Griechenland internationale Kredite, weil das überschuldete Land sich seit Jahren nicht mehr zu Marktbedingungen Geld am freien Kapitalmarkt leihen kann. Mittlerweile läuft das dritte, im Sommer 2015 vereinbarte Hilfsprogramm. Zahlungen erhält Griechenland nur in Teilsummen. Ob die einzelnen Tranchen ausgezahlt werden, hängt unter anderem vom Fortschritt der Reformen ab, zu denen sich Athen im Gegenzug verpflichtet hat.




Kommentieren