Letztes Update am Do, 08.06.2017 08:48

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Vucic beklagt „Bedrohungen“ gegen Serben aus dem Kosovo



Belgrad (APA) - Drei Tage vor der Parlamentswahl im Kosovo hat der serbische Präsident Aleksandar Vucic Drohungen kosovarischer Politiker gegenüber Serbien scharf kritisiert. Er sei besorgt darüber, dass „schwierige Aussagen“ und Bedrohungen gegen Serben „ungestraft durchgehen“ würden, sagte Vucic am Donnerstag nach einem Treffen mit EU-Kommissar Johannes Hahn in Belgrad.

Vucic sagte nicht, wen oder welche Aussagen er genau meine. Der kosovarische Politiker Ramush Haradinaj, der während des Kosovo-Krieges (1998-99) einer der Kommandanten der Befreiungsarmee (UCK) war und dem von Serbien Kriegsverbrechen vorgeworfen werden, hatte mit Aussagen in Richtung Serbien wiederholt für Kritik in Belgrad gesorgt. Der Politiker hatte Serbien etwa als Feind bezeichnet.

Hahn betonte, er wolle während des Wahlkampfs nicht weiter zu solchen Aussagen Stellung nehmen. Alle Politiker in der Region hätten ein starkes Interesse an der europäischen Integration.

Der serbische Präsident danke zwar Hahn für seine Arbeit für die Region, beklagte aber dennoch eine gewisse Ungleichbehandlung. Wenn aus Serbien solche Aussagen zur Lösung der Lage im Nordkosovo kommen würden, würde dies Hunderte von Statements seitens der EU gegen Serbien hervorrufen, sagte Vucic. „Ich glaube nicht, dass es um eine Wahlkampagne geht“, sagte er. Serbien habe auch eine andere Position als 22 EU-Staaten, die den Kosovo als unabhängigen Staat anerkannt haben.

In seinem Gespräch mit Hahn sei die Situation im Kosovo ein zentrales Thema gewesen, sagte Vucic. Es sei darum gegangen, dass „nicht irgendwelche Spiele gespielt werden“. Vucic betonte, er sei bereit den Dialog zwischen Serbien und Kosovo fortzusetzen. Es sei gleichzeitig nötig, innerhalb Serbiens einen Dialog über den Kosovo zu führen.




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