Letztes Update am Do, 08.06.2017 11:36

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kalifornien und China bauen Kooperation beim Klimaschutz aus



Peking/Los Angeles (APA/Reuters) - China und der Kalifornien bauen trotz des angekündigten Ausstiegs der USA aus dem Weltklimavertrag ihre Zusammenarbeit beim Umweltschutz weiter aus. An der Pekinger Tsinghua-Universität werde ein gemeinsames Institut für Technologien und Strategien im Kampf gegen den Klimawandel eingerichtet, gaben Vertreter beider Seiten am Donnerstag bekannt.

Kaliforniens Gouverneur Jerry Brown ist bereits die ganze Woche auf China-Reise um die Kooperation zu vertiefen. Der Bundesstaat ist seit Jahren ein Vorreiter in den USA beim Klimaschutz und dem Ausbau erneuerbarer Energien. Brown hatte die Entscheidung von Präsident Donald Trump zum Ausstieg aus dem Pariser Vertrag von 2015 „verrückt“ genannt.

In den USA hat sich nach Trumps Entscheidung eine breite Bewegung unter dem Motto „We are still in“ („Wir sind weiter dabei“) formiert, die von 13 Gouverneuren von Bundesstaaten, über 200 Bürgermeistern, Universitäten sowie zahlreichen großen und kleineren Unternehmen getragen wird. Hawaii kündigte an, seine Gesetzgebung so anzupassen, dass die Umweltstandards dem Vertrag von Paris entsprechen. Der Kampf gegen den Klimawandel soll in den Gesetzen eindeutig als Priorität bezeichnet werden. Als Reaktion auf den angekündigten Austritt hatte zudem ein hochrangiger US-Diplomat an der Botschaft in China seinen Rücktritt erklärt.

Brown hatte sich bei seiner Reise unter anderem mit Präsident Xi Jinping getroffen, der Kalifornien zu einer größeren Rolle beim Klimaschutz aufforderte. Der Staat mit dem Sitz vieler Hightech-Unternehmen will mit China vor allem bei der Entwicklung umweltfreundlicher Technologien enger zusammenarbeiten. Wäre Kalifornien nicht Teil der USA, gehörte es nach Wirtschaftskraft zu den zehn führenden Staaten weltweit.

Der Bundesstaat hat ein Handelssystem mit Kohlendioxid(CO2)-Verschmutzungsrechten nach dem Vorbild der EU aufgebaut, mit dem der CO2-Ausstoß gesenkt werden soll. CO2-Verschmutzungsrechte müssen dabei von Unternehmen erworben werden, um einen Anreiz zu umweltfreundlicher Produktion zu liefern. China will Ende diesen Jahres ein solches System landesweit einführen.




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