Letztes Update am Do, 08.06.2017 12:12

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Stichwort: Schulautonomiepaket



Wien (APA) - Mit dem im „Bildungsreformgesetz“ geregelten Schulautonomiepaket sollen zwei Bereiche neu geregelt werden. Einerseits sollen den Schulen und hier vor allem Schulleitern mehr Gestaltungsmöglichkeiten eingeräumt bzw. durch Schaffung von Schulclustern Synergien gehoben werden. In einem zweiten Teil wird die Behördenstruktur adaptiert. Umstritten sind dagegen noch Modellregionen zur Gesamtschule.

Zentraler Punkt des Autonomiepakets ist die Möglichkeit des Zusammenschlusses von bis zu acht Schulen in sogenannten „Clustern“ unter einer gemeinsamen Clusterleitung. So sollen etwa Ressourcen besser genutzt werden und Lehrer bei Bedarf auch an anderen Clusterschulen unterrichten. Der Clusterleiter soll einen Großteil der Verwaltung übernehmen, an den einzelnen Schulen soll es statt Direktoren nur Bereichsleiter geben, die mehr unterrichten. Dadurch freigewordene Ressourcen sollen in Verwaltungspersonal investiert werden.

Die Clusterleiter (oder, wenn es keinen Cluster gibt, die Direktoren) erhalten in bestimmten Bereichen mehr Rechte. So können sie etwa flexible Gruppengrößen festlegen, Klassenschülermindest- wie -höchstzahlen sowie Teilungsziffern fallen weg. Dadurch freiwerdende Ressourcen können in Maßnahmen wie Förderangebote oder Teamteaching investiert werden. Auch die Auswahl von neuen Lehrern obliegt den Clusterleitern bzw. Direktoren. Vereinheitlicht wird der Auswahlprozess der Schul- bzw. Clusterleiter.

Der zweite Teil der Reform betrifft die Schulverwaltung. Diese bleibt zwar in den Grundzügen gleich, es gibt weiter getrennte Zuständigkeiten und Instanzenzüge zwischen Bund und Land. Die Verwaltung soll allerdings - wie schon jetzt in den östlichen Bundesländern - unter einem gemeinsamen Dach erfolgen. Die Landesschulräte werden zu Bildungsdirektionen. Statt eines amtsführenden Präsidenten bekommen sie einen Bildungsdirektor, der bestimmte Kompetenzen aufweisen muss und gemeinsam von Landeshauptmann und Bildungsministerin bestimmt wird. Der bisherige Vizepräsident wird abgeschafft, die Landesschulrats-Kollegien durch Beiräte mit lediglich beratender Funktion ersetzt.

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Der mittlerweile große Knackpunkt sind aber die auf Wunsch der Grünen ins Paket hineinreklamierten Modellregionen zur gemeinsamen Schule. Diese waren im ursprünglichen Entwurf nicht enthalten - allerdings müssen entweder Grüne oder FPÖ zustimmen, um dem Paket die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit zu sichern. Streitpunkt ist vor allem, in welchem Ausmaß und unter welchen Bedingungen Modellregionen realisiert werden können.




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