Letztes Update am Do, 08.06.2017 12:24

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


KV Grafischer Druck fällt weg - WKÖ zu Verhandlung aufgefordert



Wien (APA) - Der Verband Druck und Medientechnik will nicht mehr über Kollektivverträge für die rund 9.500 Beschäftigten des grafischen Drucks verhandeln. Damit stehen die Betroffenen ab Mitte Juni ohne Kollektivvertrag da. Die Gewerkschaft fordert die Wirtschaftskammer Österreich auf, einen bundesweit einheitlichen Kollektivvertrag auszuhandeln.

Nach aktuellem Stand sind die Wirtschaftskammern in den Bundesländern zuständig, Kollektivverträge auf der Seite der Arbeitgeber auszuhandeln, wenn kein Fachverband diese Aufgabe übernimmt, schreibt die Gewerkschaft GPA-djp in einer Aussendung. „Wir können und wollen weder einen kollektivvertragsfreien Zustand akzeptieren, noch halten wir Verhandlungen über Kollektivverträge auf Landesebene der Wirtschaftskammern für zielführend, weil das zu gravierenden Wettbewerbsverzerrungen führen würde“, kritisiert Christian Schuster, Wirtschaftsbereichssekretär in der Gewerkschaft, die Lage.

Daher solle die Fachgruppe Druck in der Wirtschaftskammer Österreich „ihre Verantwortung endlich wahrnehmen und einen flächendeckenden bundesweit gültigen Kollektivvertrag mit uns verhandeln“, fordert Michael Ritzinger, Vorsitzender des Wirtschaftsbereichs Druck, Kommunikation, Papierverarbeitung in der GPA-djp, in der gemeinsamen Aussendung. „Es kann nicht im Sinn der Wirtschaftskammer sein, es einzelnen Unternehmen oder Länderkammern zu überantworten, Verträge und damit die Arbeitsbedingungen und Bezahlung ihrer Beschäftigten zu verhandeln.“ Es gehe nicht nur um die Bezahlung sondern auch um Rechtssicherheit und einen fairen Wettbewerb.

Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, wollen die Beschäftigten der Branche am 13. Juni vor der WKÖ eine Kundgebung abhalten.

~ WEB https://news.wko.at/presse ~ APA262 2017-06-08/12:20




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