Letztes Update am Do, 08.06.2017 11:15

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bergamo: Russische griechisch-katholische Kirche hält Synode



Bergamo (APA) - Die Russische griechisch-katholische Kirche hält diese Woche in Bergamo ihre erste Synode seit der Okoberrevolution ab. Das berichtete der offiziöse vatikanische Nachrichtenblog „Il Sismographo“ laut Kathpress am Donnerstag. Eigenen Angaben zufolge gehören 30.000 Gläubige der mit Rom unierten Kirche in Russland an, die im Land zwar geduldet, aber nicht offiziell registriert ist.

Exarch ist der - auch für die „Lateiner“ zuständige - Novosibirsker Diözesanbischof Joseph Werth. Erster Exarch der „unierten“ russischen Kirche war Leonid Feodorow (1879-1935), der 2001 von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen wurde. Feodorow, der in Rom studiert hatte, wurde 1917 in einer Synode in St. Petersburg zum Exarchen ernannt. Seine Jurisdiktion wurde dem Lemberger griechisch-katholischen Großerzbischof unterstellt; Papst Pius XI. übertrug die Oberaufsicht in den 1920er-Jahren dem lateinischen Apostolischen Administrator in Moskau und Johannes Paul unterstellte die „Unierten“ in Russland wiederum dem jeweiligen Bischof für Westsibirien.

Die russische griechisch-katholische Kirche ist stark vom Denken Wladimir Solowjews (1853-1900) inspiriert, der auf eine Anerkennung des Papsttums durch die russische Orthodoxie hinarbeitete. Papst Johannes Paul II. hatte 2003 Wladimir Solowjew als einen der größten russischen Philosophen des 19. Jahrhunderts und als Pionier und Vorbild für den Dialog der Christen in Ost und West bezeichnet.

Außerhalb von Russland gibt es russische griechisch-katholische Pfarren und Gemeinden in San Francisco, New York, El Segundo, Denver, Melbourne, Buenos Aires, Dublin, Meudon, Paris, Chevetogne, Lyon, München, Rom, Mailand und Singapur. Sie stehen immer unter der Jurisdiktion der jeweiligen örtlichen lateinischen Bischöfe.




Kommentieren