Letztes Update am Do, 08.06.2017 13:57

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Flüchtlinge: EU-Mission Sophia rettete seit 2015 36.000 Menschen



Rom (APA) - 36.000 Flüchtlinge sind seit Beginn der EU-Marinemission „Sophia“ im Mittelmeer gerettet worden. Dabei wurden auch 109 Schlepper festgenommen und 440 Schiffe konfisziert, berichtete der italienische „Sophia“-Kommandant Admiral Enrico Credendino nach Medienangaben vom Donnerstag. Außerdem wurden 130 Mitglieder der libyschen Küstenwache ausgebildet.

Die im Juni 2015 begonnene Mission „Sophia“ läuft bis am 27. Juli und wird sehr wahrscheinlich bis zum 31. Dezember 2018 verlängert. Credendino drängt darauf, dass Menschenhandel als Verbrechen gegen die Menschheit bestraft wird. Hinzu schlug der Kommandant die Einrichtung eines europäischen Beobachtungszentrums für Schlepper vor. Ziel sei die Einrichtung einer Datenbank mit den Namen von Personen, die in Menschenhandel involviert seien.

Credendino verteidigte den Einsatz von NGOs im Mittelmeer. „Die NGO-Schiffe haben niemals die Rettungsaktion der Mission ?Sophia ? behindert. Sie retten viele Menschenleben. 40 Prozent aller Rettungseinsätze im Mittelmeer sind NGOs zu verdanken“, sagte Credendino. Wichtig sei jedoch eine bessere Koordination bei den Einsätzen.

Seit Februar 2016 sind österreichische Militärs Teil der Mission „Sophia“. Österreich entsendet acht Offiziere für die Mission. Offiziere bleiben an Bord der im Mittelmeer eingesetzten Schiffe für einen Zeitraum von rund zwei bis drei Monaten. Bisher haben 42 österreichische Offiziere an der Mission teilgenommen.




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